IZAΨMOD, das Steuer-Transfer-Mikrosimulationsmodells des IZA, besteht aus drei Teilen. Die Basis bildet ein statisches Modul, das das aktuelle deutsche Steuer- und Transfermodul (Rechtsstand Juli 2009) nachbildet. Die zweite Komponente ist ein diskretes strukturelles Arbeitsangebotmodell, mit dem Verhaltensänderungen auf Grund von Steuerreformen simuliert werden können. Das letzte Modul, das IZAΨMOD von vielen anderen Mikrosimulationsmodellen unterscheidet, ist ein Arbeitsnachfragemodul, das die Analyse der Arbeitsmarkteffekte einer Reform abschließt und so eine ganzheitliche Bewertung zulässt. Die beiden ersten Komponenten basieren auf Daten des Sozioökonomischen Panels (SOEP), das Arbeitsnachfragemodul auf dem Linked Employer-Employee Datensatz LIAB.
Die Simulationsschritte von IZAΨMOD gliedern sich grob wie folgt:
1. Das gegenwärtige Steuer- und Transfersystem wird im Rahmen eines statischen Moduls nachgebildet. Dabei wird unter Berücksichtigung von Freibeträgen, Anrechnungspauschalen, Sonderausgaben sowie Abzugsbeträgen für außergewöhnliche Belastungen und sonstige Privataufwendungen das individuell verfügbare Nettoeinkommen für jeden Fall der Stichprobe unter Berücksichtigung des jeweiligen Haushaltskontextes berechnet. Anschließend werden die Ergebnisse mit den durch die Fortschreibung angepassten Fallgewichten multipliziert und damit auf die Gesamtpopulation hochgerechnet.
2. Mit Hilfe eines diskreten, strukturellen Haushaltsarbeitsangebotsmodels, das die Arbeitsangebotsentscheidung der Haushaltsmitglieder als optimale Wahl zwischen einer begrenzten Anzahl von möglichen Arbeitszeitkategorien modelliert, werden die Konsum/Freizeit-Präferenzen der Individuen geschätzt. Paarhaushalte treffen ihre Arbeitsangebotsentscheidung per Annahme gemeinsam. Durch Berücksichtigung der möglichen Kombinationen können somit sowohl Wirkungen auf das Arbeitsangebot von Frauen als auch von Männern im Haushaltskontext simuliert werden.
3. Durch Eingriffe in das Steuer- und Transfersystem verändert sich das Nettoeinkommen der Haushalte und damit Nutzen einzelner Arbeitszeitkategorien, so dass es zu Verhaltensänderungen kommen kann. Die Beschäftigungseffekte ergeben sich als Summe aus simulierten individuellen nutzenmaximierenden Entscheidungen vor dem Hintergrund veränderter monetärer Erwerbsanreize.
4. Das Arbeitsnachfragemodul berücksichtigt mögliche Restriktionen seitens der Unternehmen und simuliert, wie sich die Arbeitsnachangebotswirkungen auf dem Arbeitsmarkt niederschlagen würden.
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