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Klaus F. Zimmermann - Aktuelles

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07. Mai 2012:
Beitrag von IZA-Direktor Zimmermann zum Nachhaltigkeitstag 2012 der Deutsche Post DHL
Wie können wir die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Politik und gemeinnützigen Organisationen im Sinne nachhaltiger Ziele verbessern? Ist der Kapitalismus ein Auslaufmodell? Welche Auswirkungen hat der demografische Wandel auf unsere zukünftige Arbeitswelt? Über diese und weitere Fragen diskutierten am 3. Mai führende Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann, der ebenfalls auf dem von Cherno Jobatey moderierten Podium (siehe Webcast der Veranstaltung) vertreten war, beleuchtete die vielfältigen Herausforderungen des demografischen Wandels aus wissenschaftlicher Sicht und plädierte in diesem Zusammenhang für eine beschäftigungsorientierte "Agenda für den demografischen Aufbruch".

Lesen Sie dazu auch den Beitrag von Klaus F. Zimmermann auf der Blog-Seite Delivering Tomorrow:
"Der Arbeitsmarkt in der alternden Gesellschaft"
   


05. Mai 2012:
Das Wachstum der Zukunft ist weiblich: IZA zeigt Präsenz auf der "women&work" Messe in Bonn
IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann begrüßt die Durchführung der "women&work" Messe am 5. Mai in Bonn. In seinem Grußwort, das als IZA Standpunkte No. 48 erschienen ist, macht er deutlich, dass es einer stärkeren Aktivierung des Potenzials weiblicher Erwerbspersonen bei gleichzeitiger Steigerung der Geburtenrate bedarf, um den deutschen Arbeitsmarkt demografiefest zu machen. In diesem Zusammenhang käme der Schaffung besserer Betreuungsangebote eine Schlüsselrolle zu. Neben dem IZA-Direktor fungiert Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen als Schirmherrin der Messe.

"Jede Frau, die beruflich nicht in die Position kommt, für die sie qualifiziert ist, kostet uns Wachstum. Deshalb fordert das IZA seit langem, die verschiedenen familienpolitischen Leistungen in Deutschland von jährlich rund 200 Milliarden Euro stärker auf die frühkindliche Betreuung zu konzentrieren, um diesen Frauen bessere Berufsperspektiven zu bieten", so Zimmermann. Das IZA ist mit einem eigenen Stand auf der Messe vetreten und informiert die Teilnehmerinnen unter anderem über verschiedene aktuelle und vielbeachtete IZA-Publikationen zum Thema. Dazu zählen eine Studie zu den Effekten der Einführung des Betreuungsgeldes (IZA DP No. 6440), der Abschlussbericht des Pilotprojektes "Anonymisierte Bewerbungsverfahren" (IZA RR No. 44) und eine Studie zum Erwerbspotenzial von Frauen und Müttern in Deutschland (IZA RR No. 39). Neben der Forschung zum Thema setzt sich das IZA auch mit anderen Maßnahmen für die Förderung weiblicher Nachwuchswissenschaftlerinnen ein. So stieß der erst kürzlich erfolgreich durchgeführte Workshop "Women and Research" auf sehr positive Resonanz.
   


02. Mai 2012:
Zimmermann: CDU-Konzept für Mindestlöhne ist ein Rückschlag für den deutschen Arbeitsmarkt
In der Debatte um die Einführung von Mindestlöhnen hat die CDU jetzt ein eigenes Konzept für die Einführung von regional- und branchenspezifischen Lohnuntergrenzen vorgelegt. In einer Analyse für Handelsblatt online stellt IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann dem Modell jedoch ein schlechtes Zeugnis aus: „Das ist ein prächtiger Sieg für die CDU und die Gewerkschaften, aber ein schwerer Rückschlag für Deutschland. Der deutsche Arbeitsmarkt verliert wieder eine gehörige Portion Flexibilität. So ruiniert man wieder Stück um Stück, was heute rund um die Welt als das Modell Deutschland bewundert wird.“

Sein wichtigster Einwand gegen das Unionskonzept: Die Gewerkschaften gewinnen mit einem Schlag die Kontrolle über die Arbeitsmärkte zurück und sichern sich für alle Zeiten die Sperrminorität. Die CDU räume rechtzeitig vor schwierigen Wahlen „elegant ein schwieriges Minenfeld“ zurück bleibe die SPD mit leeren Händen. Den Schaden habe aber das Land, da von den CDU-Plänen überwiegend nicht die Geringerverdiener-Haushalte profitierten. Viele würden ihren Job verlieren oder zumindest steigende Preise bezahlen müssen, so Klaus F. Zimmermann in Handelsblatt Online vom 2. Mai 2012.
   


26. April 2012:
15-jähriges Jubiläum der IZA Summer School in Labor Economics
Seit 1998 richtet das IZA jährlich seine erfolgreiche European Summer School in Labor Economics aus, um talentierte Doktoranden mit etablierten Wissenschaftlern aus dem IZA-Netzwerk zu bringen. Pro Jahr erhalten etwa 35 ausgewählte Promotionsstudenten die Gelegenheit, im Konferenzzentrum der Deutschen Post in Buch am Ammersee ihre eigenen Forschungsideen zu präsentieren und in informellem Rahmen zur Diskussion zu stellen.

Für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses hat diese Veranstaltungsreihe weltweit neue Maßstäbe gesetzt. Von den bereits über 500 Absolventen der IZA Summer School ist ein Großteil inzwischen erfolgreich in der Wissenschaft tätig und zählt zu den besonders engagierten Netzwerkmitgliedern des IZA.

Gemeinsam mit den Organisatoren des IZA begehen die Teilnehmer der diesjährigen IZA Summer School das 15-jährige Jubiläum. In seiner Ansprache erklärte IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann: "Mit der European Summer School will das IZA qualitativ hochwertige, politikorientierte Arbeitsmarktforschung fördern und die klügsten Köpfe mit ihren innovativen Ideen für die vielfältigen Aktivitäten des IZA gewinnen. Wir sind überaus dankbar für die wichtigen Anregungen, die wir über die Jahre erhalten haben." Zimmermann würdigte darüber hinaus die hervorragende Arbeit der IZA-Wissenschaftler, die als Organisatoren der IZA Summer Schools maßgeblich zu deren Erfolg beigetragen haben: Thomas Bauer (RWI, Universität Bochum und IZA; 1998-2003), Ana Rute Cardoso (IAE Barcelona und IZA; 2003-2008), Konstantinos Tatsiramos (University of Leicester und IZA, 2008-2011), und Anne Gielen (Universität Rotterdam und IZA; seit 2011).
   


25. April 2012:
Zimmermann: Arbeitsmarkt für den demografischen Umbruch schlecht vorbereitet
Heute will die Bundesregierung ihre "Demografie-Strategie" verabschieden. In einem Gastbeitrag für den Berliner "Tagesspiegel" hat IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann dazu erklärt: "Wollen wir unser Beschäftigungssystem demografiefest machen, brauchen wir nach der Agenda 2010, die unseren Arbeitsmarkt entscheidend vorangebracht hat, jetzt ein weiteres großes Reformpaket." Denn auf die künftigen Herausforderungen sei unser Arbeitsmarkt eher unzureichend vorbereitet. Zimmermann sieht vier zentrale Handlungsfelder:

1. Jugendliche brauchen bessere Qualifizierungschancen. Denn der Anteil junger Erwachsener, die weder einer schulischen oder beruflichen Ausbildung noch einer Erwerbstätigkeit nachgehen, liegt im OECD-Vergleich bei uns überdurchschnittlich hoch.
2. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf muss wesentlich verbessert werden. Sowohl bei der jährlichen Geburtenrate, die sich seit 1967 nahezu halbiert hat, wie auch bei der Quote der weiblichen Erwerbstätigkeit ist Deutschland international zurückgefallen. Mit dem geplanten Betreuungsgeld werden weitere Fehlanreize für die Erwerbstätigkeit junger Mütter gesetzt.
3. Ältere werden länger im Erwerbsleben gebraucht. Noch immer liegt Deutschland hinsichtlich der Erwerbsbeteiligung dieser Gruppe hinter Ländern wie Schweden, Norwegen, USA oder Großbritannien deutlich zurück. Das Festhalten an starren Rentenaltersgrenzen ist immer weniger zeitgemäß.
4. Eine arbeitsmarktorientierte Migrationspolitik ist überfällig. Deutschland kommt an einer transparenten, bedarfsgesteuerten Zuwanderung für Fachkräfte aus Drittstaaten außerhalb der EU nicht vorbei, tut sich damit aber immer noch schwer, wie derzeit die mühevolle Umsetzung der EU-weiten „Blue Card“ in nationales Recht zeigt.

Klaus F. Zimmermann: "Deutschland braucht dringend eine beschäftigungsorientierte Demografiestrategie. Deutschland fehlen laut Bundesagentur für Arbeit bis zum Jahr 2030 sechs Millionen Arbeitskräfte. Wollen wir nicht wirtschaftliches Wachstum und Innovationsdynamik gefährden, müssen wir hier massiv gegensteuern. Durch eine 'Agenda für den demografischen Aufbruch'."

Lesen Sie den vollständigen Beitrag im Tagesspiegel.
   


21. April 2012:
Zimmermann: Für die Energiewende fehlen die Fachkräfte
Schon jetzt zeigt sich nach Auffassung von Klaus F. Zimmermann, dass für die geplante Energiewende in Deutschland in vielen Bereichen die Spezialisten fehlen. "Wenn wir für diesen Bedarf nicht rasch ausbilden, könnten die deutschen Energie- und Umweltziele ernsthaft gefährdet werden", schreibt der Arbeitsmarktexperte in der neuesten Ausgabe des Technikmagazins HI:TECH CAMPUS. U.a. fehlten Ingenieure, welche die künftige Energieversorgung durch intelligente Netze beherrschten, aber auch Handwerker- und Servicekräfte für Betrieb und Wartung der neuen Techniken. Notwendig sei deshalb eine enge Verzahnung der energiepolitischen Ziele mit den bisher vernachlässigten Beschäftigungsaspekten. Zimmermann regte daher an, Politik und Wirtschaft sollten schnell gemeinsam ein Sonderprogramm und eine Qualifizierungsoffensive für stark gefragte Umweltberufe starten. Er fügte hinzu: "Selbst wenn die Hochschulen heute neue spezialisierte Studiengänge schaffen, ihre Kapazitäten umschichten und ausbauen, wird es Jahre dauern, bis diese Experten zur Verfügung stehen." Deshalb müsse sich Deutschland parallel durch eine klug gesteuerte Zuwanderung auch verstärkt für entsprechende Fachkräfte von außen öffnen.

Lesen Sie dazu:
- "Ingenieure und Techniker braucht das Land", in HI:TECH CAMPUS (12. April 2012)
- "Denkfabrik: Der Fachkräftemangel bremst die Energiewende", in Wirtschaftswoche (14. Januar 2012)
   


17. April 2012:
Deutsches Pilotprojekt zu anonymisierten Bewerbungen: Vorstellung des Abschlussberichtes in Berlin
Mit der Anonymisierung von Bewerbungsverfahren kann unbewusster oder bewusster Diskriminierung erfolgreich entgegengewirkt werden. Zu diesem Ergebnis gelangt ein Pilotprojekt der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS), das durch das IZA und die Kooperationsstelle Wissenschaft und Arbeitswelt an der Europa-Universität Viadrina (KOWA) wissenschaftlich begleitet wurde. IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann stellte die Projektergebnisse heute gemeinsam mit ADS-Leiterin Christine Lüders in Berlin vor und verwies dabei auf den hohen volkswirtschaftlichen Schaden durch die Benachteiligung einzelner Bewerbergruppen auf dem Arbeitsmarkt.

An dem Pilotprojekt wirkten zahlreiche Unternehmen und Organisationen freiwillig mit, die ihre Bewerbungsverfahren entsprechend auf anonymisierte Abläufe umstellten. Die Untersuchungen des IZA verdeutlichen, dass nach der Anonymisierung von Merkmalen wie Name, Geschlecht, Alter und Herkunft sowie dem Verzicht auf ein Bewerbungsfoto tatsächlich Chancengleichheit unter den Bewerbenden herrscht. Innerhalb der anonymisierten Bewerbungsverfahren haben also potenziell benachteiligte Gruppen die gleiche Chance auf eine Einladung zu Vorstellungsgespräch oder Eignungstest. Gleichzeitig zeigt das Projekt, dass in Organisationen, die ohnehin bereits Maßnahmen zur Förderung von Vielfalt ergriffen hatten, anonymisierte Verfahren nur ein begrenztes Potenzial entfalten konnten.

"Empirische Studien belegen nach wie vor ein erhebliches Ausmaß von Diskriminierung auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Durch diese teils verdeckten, teils ganz offenen Benachteiligungen wichtiger gesellschaftlicher Gruppen werden wertvolle Potenziale verschenkt. Insbesondere die Ungleichbehandlung von Frauen, Menschen mit Migrationshintergrund und älteren Arbeitnehmern verursacht große volkswirtschaftliche Schäden. Diese Ressourcenvernichtung können wir uns künftig, gerade auch im Blick auf den wachsenden Fachkräftemangel, nicht mehr leisten – ganz abgesehen von den ethischen und gesellschaftspolitischen Aspekten fehlender Chancengleichheit", erklärte Klaus F. Zimmermann bei der Präsentation der Forschungsergebnisse in Berlin.

Lesen Sie dazu:
- IZA-Pressemitteilung vom 17. April 2012
- Abschlussbericht des Pilotprojekts (PDF, 2.8 MB)
- Berichterstattung in Süddeutsche Zeitung vom 17. April 2012
- IZA Research Report No. 27 "Anonymisierte Bewerbungsverfahren"
- IZA DP No. 6100 "Anonymous Job Applications of Fresh Ph.D. Economists"
- IZA DP No. 4741 "Ethnic Discrimination in Germany's Labour Market: A Field Experiment"

IZA-Direktor Zimmermann in den ARD-Tagesthemen
   


11. April 2012:
Weltbank: Ein neuer Kopf und ein neues Programm
Die von 187 Staaten getragene Weltbank muss mit der Wahl ihres neuen Präsidenten Mitte April eine Debatte über ihre künftige Strategie verbinden. Ihr angestammtes Geschäftsmodell überzeugt nicht mehr. Dies schreibt IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann in einem Gastbeitrag, den das Handelsblatt am 11.04.2012 veröffentlicht hat.

Seine Meinung: Nicht zuletzt die jüngsten Beschlüsse der Brics-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika, eine eigene Entwicklungsbank zu gründen, ihre Kapitalmärkte zu vernetzen und eine eigene starke und mächtige Organisation zu schaffen, sind eine Kampfansage an das bisherige System.

Zimmermann, der die Weltbank zu Fragen der Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik berät, sieht die Weltbank vor der Herausforderung, ihr Aufgabenprofil neu zu definieren – zumal in den kommenden Jahren das Verhältnis der Industriestaaten zur ehemaligen Dritten Welt tiefgreifend neu geordnet werden muss.

Die 1944 gegründete Weltbank muss sich laut IZA-Direktor Zimmermann wieder verstärkt auf die Aufgabe konzentrieren, die richtigen Strategien für die weltweite Armutsbekämpfung zu finden: Wie sichern wir weltweit nachhaltige Beschäftigung?

Dies ist der zentrale Hebel zur Bekämpfung von Armut und Ungleichheit: „Will die Weltbank in Zukunft nachhaltiger Motor der wirtschaftlichen Entwicklung in den Krisenländern der Erde sein, muss sie noch zielgenauer aufgestellt werden. Ebenso müssen örtliche Entscheidungsträger früher in künftige Arbeitsmarktstrategien einbezogen werden.“

Für den Arbeitsmarktexperten ist die Wahl des 12. Präsidenten der Weltbank daher eine strategische Weichenstellung. Nominiert sind für das Amt der frühere kolumbianische Finanzminister José Antonio Ocampo, der in Korea geborene Präsident des Dartmouth College Jim Yong Kim sowie die nigerianische Finanzministerin Ngozi Okonjo-Iweala, die bereits viele Jahre bei der Weltbank gearbeitet hat.


Das IZA kooperiert mit der Weltbank bei der Stärkung des Jobs-Ansatzes in der Entwicklungspolitik durch gemeinsame Forschung, die Veranstaltung von Tagungen und
die Kommunikation wissenschaftlicher Befunde u.a. in einem gemeinsamen Forschungsprogramm "Entwicklung und Arbeitsmarkt".

Kürzlich wurde ein Kooperationsabkommen zwischen Weltbank und IZA unterzeichnet: IZA-Direktor unterzeichnet Kooperationsvertrag mit der Weltbank.
   


11. April 2012:
Mobilität als Motor für Wachstum in Europa
In einem Interview mit dem "MARKANT HandelsMagazin" erklärt IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann, warum die Angst vor Arbeitsmangel unbegründet ist und wie sich Europa künftig erfolgreich aufstellt. Unter der Überschrift "Mobilität als Motor" fordert er einen mobileren Arbeitsmarkt, der mit gut qualifizierten Kräften für eine dynamische Entwicklung sorgt, die auf Wohlstand, Gerechtigkeit und Wachstum ausgerichtet ist. Er fordert eine Rückbesinnung auf das Ziel, Europa zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt zu machen. Dies gelingt aus seiner Sicht, wenn sich die Mitgliedsländer im Rahmen eines Reformprozesses auf konkrete Maßnahmen verständigen. Zimmermann plädiert für eine "Kultur des Willkommens", die qualifizierten Jugendlichen aus aller Welt mehr Attraktivität bietet. Ein leistungsfähiger, flexibler und offener Arbeitsmarkt ohne Grenzen "ist der wichtigste Antrieb für mehr Wachstum in Europa", so Zimmermann.

Lesen Sie das vollständige Interview in MARKANT, April 2012
   


10. April 2012:
Vibrant Europe Forum ruft zur Stärkung Europas auf
In einem gemeinsamen Aufruf fordern hochrangige europäische Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft dazu auf, die Lethargie in Europa zu überwinden und die EU vor allem durch Reformen der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik zu stärken. Zu den Erstunterzeichnern der Deklaration gehört auch IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann. Das "Vibrant Europe Forum (VEF)" wurde auf Initiative des ehemaligen Bildungsministers der Niederlande und Weltbank-Vizepräsidenten Jo Ritzen gegründet, der als Senior Advisor Policy auch eng mit dem IZA zusammenarbeitet, Die VEF-Initiative möchte einen Beitrag dazu leisten, die europäischen Strukturen zu revitalisieren.

Lesen Sie mehr:

- VEF-Pressemitteilung
- VEF Declaration "A Vibrant Europe for People"
- VEF Homepage
   


04. April 2012:
Zimmermann: Transfergesellschaften sind zu teuer und zu wenig effektiv
Der Fall Schlecker hat eine intensive Debatte über den Sinn von Transfergesellschaften ausgelöst. Jetzt fordert IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann deren Abschaffung: „Zu Recht werden alle Instrumente der Arbeitsmarktpolitik regelmäßig geprüft und bei Ineffizienz abgeschafft.“ In einem Beitrag für die aktuelle Ausgabe der Wochenzeitung DIE ZEIT (Ausgabe vom 4. April 2012) schreibt er zur Begründung: „Transfergesellschaften helfen den Betroffenen im Durchschnitt nicht schneller aus der Arbeitslosigkeit als dies bei der Betreuung durch die Arbeitsagenturen der Fall ist. Sie sind ihrerseits bisher einen fundierten Qualitätsbeweis schuldig geblieben. Sie haben die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllt, wie die einzige vorliegende Studie des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) vor einigen Jahren zeigte“. Sie seien zudem zu teuer. Außerdem würden bei den Belegschaften mit dem Zauberwort „Transfergesellschaft“ falsche Hoffnungen geweckt. Das Risiko bleibe am Ende doch bei den Mitarbeitern, denn diese verzichteten bei Transfergesellschaften auf eine mögliche Abfindung, erhielten aber keine erkennbar bessere Beschäftigungsperspektive. Der Arbeitsmarktforscher appelliert deshalb an Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften: „Statt teure, ineffektive Parallelstrukturen zu errichten, sollten alle Anstrengungen darauf konzentriert werden, die Arbeitsagenturen noch effizienter zu machen.“ Nach den erfolgreichen Arbeitsmarktreformen seien die neuen Jobcenter erheblich besser geworden. Genauso wie die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt.

Lesen Sie dazu:
- ZEIT-Artikel (Transgesellschaft: Contra von Klaus F. Zimmermann, der Chef des Instituts zur Zukunft der Arbeit setzt auf die Jobcenter)
- IZA Research Report No. 10
(Personalpolitische Strategien deutscher Unternehmen zur Bewältigung demografisch bedingter Rekrutierungsengpässe bei Führungskräften)
- PersonalMagazin (Bericht aus Bonn: Transfergesellschaften genau unter die Lupe nehmen)
- Süddeutsche-Artikel (Rettung von insolventer Drogeriemarktkette: Wie es mit Schlecker weitergeht)
   


03. April 2012:
Europa wächst in der Krise auch am Arbeitsmarkt enger zusammen
Die neuen Zahlen bestätigen den Trend: Es gelingt Deutschland, seine ausgezeichnete relative Position am europäischen Arbeitsmarkt zu erhalten.
Das ist darin begründet, dass wir uns den Anforderungen der globalisierten Märkte gestellt sowie unseren Arbeitsmarkt reformiert haben. Deutschland kann aber nur dann dauerhaft von seiner starken Position profitieren, wenn unsere europäischen Partnerstaaten wirtschaftlich noch mehr mit uns zusammenwachsen. Deshalb bietet die jetzige Krise einzigartige Chancen in dreierlei Richtungen: Zuwanderung von Griechen und Spaniern beispielsweise hilft, dort eine verlorene Generation zu verhindern und nutzt den Partnerländern. Deutschlands Arbeitsmarkt wird europäischer, mit positiven Folgen für die Absatzchancen unserer Produkte. Und unser Fachkräftemangel läßt sich so abmildern. Mit einem Massenansturm von arbeitslosen Spaniern und Griechen müssen wir aber nicht rechnen. Vielmehr wächst Europa in der Krise auch am Arbeitsmarkt enger zusammen.

Siehe für eine umfassende Darstellung: Die WELT vom 03.04.2012
   


13. März 2012:
Europäische Arbeitsmigranten nicht in der sozialen Hängematte
Die deutsche Bundesregierung hat entschieden, EU-Bürgern wie auch Türken, die nach Deutschland kommen, nicht sofort Arbeitslosengeld II zu zahlen. Dies hat eine erhebliche Debatte in der Öffentlichkeit ausgelöst. IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann stellt dazu fest:

"Diese Entscheidung ist sachlich völlig richtig. Denn wir wollen keine Zuwanderung in unsere Sozialsysteme – und sie findet bisher auch kaum statt. Es ist also das richtige Signal, Hartz-IV für jene zu sperren, die lediglich auf soziale Wohltaten spekulieren. Denn die geplante Neuregelung beendet eine öffentliche Diskussion, in der ständig Vermutungen geschürt werden, es käme tatsächlich zu einem solchen Missbrauch. Dabei wird Interessenpolitik gemacht, die arbeitsorientierte Zuwanderung zu behindern oder gar zu verhindern sucht."

Siehe für einen umfassende Darstellung: Die WELT vom 13.03.2012 ("Die Mär vom faulen Mann")

Internationale Studien des IZA im Auftrag der EU-Kommission haben festgestellt, dass europäische Arbeitsmigranten nicht in der sozialen Hängematte liegen:

Klaus F. Zimmermann, Martin Kahanec, Corrado Giulietti, Martin Guzi, Alan Barrett, Bertrand Maitre
IZA Research Report No. 43: Study on Active Inclusion of Migrants
Report prepared for the European Commission, Bonn 2012 (216 pages)

Corrado Giulietti, Martin Guzi, Martin Kahanec, Klaus F. Zimmermann
Unemployment Benefits and Immigration: Evidence from the EU
IZA Discussion Paper No. 6075
(forthcoming in: International Journal of Manpower, 2012)
   


09. März 2012:
IZA baut Nachwuchsförderung aus: IZA@DC Young Scholar Program
Ausgewählten Promotionsstudenten von Universitäten außerhalb der USA bietet das IZA in Zukunft einmal im Jahr die Gelegenheit zu einem intensiven Austausch mit IZA-Fellows aus dem Raum Washington, DC. Das in Kooperation mit der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Georgetown University und dem dortigen Georgetown Center of Economic Research (GCER) ausgerichtete IZA@DC Young Scholar Program beinhaltet neben Vorträgen führender Arbeitsökonomen die Möglichkeit zur informellen Diskussion eigener Forschungsvorhaben mit den Experten. Koordinator des einwöchigen Programms ist der renommierte Georgetown-Professor Francis Vella.

"Das IZA legt seit jeher besonderen Wert auf die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Mit diesem neuen Programm bieten wir jungen Forschern eine einmalige Chance, die Forschungslandschaft der US-Hauptstadt kennenzulernen, wertvolle Kontakte zu knüpfen und gemeinsame Forschungsprojekte anzustoßen", erläutert IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann.

Die aktuelle Ausschreibung für das IZA@DC Young Scholar Program, das erstmals vom 22.-26. Oktober 2012 stattfinden wird, finden Sie unter:
www.iza.org/conference_files/YSP2012
   


07. März 2012:
Humboldt-Forschungspreis für IZA-Fellow Daniel S. Hamermesh
IZA Visiting Research Fellow Daniel S. Hamermesh (University of Texas at Austin) ist mit dem Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung ausgezeichnet worden. Der Preis würdigt den prägenden Einfluss renommierter Wissenschaftler auf ihr jeweiliges Fachgebiet. Mit dem Preisgeld werden Forschungsvorhaben der Preisträger in Deutschland unterstützt.

Hamermesh zählt zu den weltweit führenden und besonders innovativen Arbeitsökonomen, der in seiner Disziplin beständig neue Akzente setzt. Mit dem IZA ist er seit dessen Gründung 1998 eng verbunden. Als Programmdirektor koordinierte er ein Jahrzehnt lang den IZA-Forschungsschwerpunkt "Zukunft der Arbeit", bevor er für zwei Jahre den Posten des Forschungsdirektors übernahm. Die von ihm maßgeblich gestalteten IZA/SOLE Transatlantic Meetings gehören zu den Flagschiffen des IZA-Veranstaltungsangebots. In den vergangenen Jahren war Hamermesh regelmäßig für mehrere Monate am IZA zu Gast, wo er seine eigene Forschung vorantreibt und den Nachwuchswissenschaftlern des Instituts mit Rat und Tat zur Seite steht.

Seine Publikationen decken ein breites Themenspektrum ab und sind eine Quelle der Inspiration für die Wissenschaft. Auch dem interessierten Laien veranschaulicht Hamermesh durch seine Beiträge für den Freakonomics-Blog der New York Times die Relevanz der Volkswirtschaftslehre anhand von Beispielen aus dem täglichen Leben. International für Furore sorgte zuletzt sein Buch "Beauty Pays", in dem er körperliche Attraktivität als ökonomischen Faktor beschreibt und dessen Auswirkungen auf die Höhe des Gehalts analysiert (siehe dazu auch sein Interview mit Spiegel online).

IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann gratulierte Hamermesh zur Auszeichnung mit dem Humboldt-Forschungspreis und würdigte seinen Beitrag zur Erfolgsgeschichte des IZA: "Dan Hamermesh hat sich diesen Preis wie kaum ein anderer durch seine unglaubliche Kreativität und pulsierende wissenschaftliche Energie verdient. Wir sind ihm für seine bemerkenswerten Leistungen ebenso dankbar wie für seine ansteckende Fröhlichkeit, mit der er die wissenschaftlichen Herausforderungen stets anpackt. Für junge Wissenschaftler ist es immer eine Freude, mit ihm zusammenzuarbeiten. Das IZA wird diese dynamische Kooperation mit Hamermesh auch weiterhin fortsetzen."
   


07. März 2012:
Der Republikanische ''Super Tuesday''
Wie erwartet brachte der "Super Tuesday" in den Vereinigten Staaten keine finale Entscheidung über den republikanischen
Präsidentschaftskandidaten. Dennoch sieht IZA Director Klaus F. Zimmermann in Mitt Romney den wahrscheinlichen Herausforderer Barack Obamas und entdeckt eine Reihe von kritischen Fragen für Europa.

Zimmermann hat die Chancen und möglichen Konsequenzen eines Präsidenten Romney analysiert:
"Während Obama transatlatisch moderat agiert und gar Deutschland mit seiner Industrie und der Energiepolitik als Vorbild zur Steigerung der amerikanischen Wettbewerbsfähigkeit ausgibt, reißt Romney immer neue Gräben zu Europa auf. Er redet zwar von fiskalischer Konsolidierung, verspricht aber eine 20-Prozent-Steuersenkung für alle. Das ist unverantwortlich. Sein Vorschlag, die Steuereinnahmen des Bundes auf 20 Prozent des Bruttoinlandsproduktes zu beschränken, geht an den sozialen Realitäten der USA vorbei. Mit seinem permanenten Warnen vor dem europäischen Sozialstaat macht er Europa zum schwarzen Peter. Er verkennt über dem sehr populären Gerede über weniger Staat, wie tief das sozialpolitische Problem in den USA ist, das nur über Wirtschaftswachstum und dem Verlassen der Überschuldungsfalle gelöst werden kann. Europa hat dazu bereits ein überzeugendes Konzept, für das sich ein Präsident Romney nur schwer überzeugen lassen wird, müsste er doch vom Heilsversprechen sinkender Steuern lassen, um die US-Staatsfinanzen auch ohne immer neue kreditfinanzierte Ausgabenprogramme zu sanieren."

Das Handelsblatt hat die Stellungnahme publiziert: Handelsblatt Online, 7. März 2012.
   


04. Februar 2012:
Zimmermann feiert 10-jähriges Jubiläum seiner Honorarprofessur an der FU Berlin
Am 3. Februar 2012 feierte Zimmermann sein 10-jähriges Jubiläum als Honorarprofessor an der Freien Universität Berlin. Professor Georg Schreyögg, ehemaliger Prodekan des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften, bekräftigte das Interesse der FU, die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem IZA-Direktor zu intensivieren.

In einem Vortrag mit anschließender Diskussion zum Thema "Zirkuläre Migration – Möglichkeit und Herausforderung" sprach sich Zimmermann für den Abbau von Zuwanderungsbeschränkungen aus und erläuterte, wie zirkuläre Wanderungsbewegungen bei freier Arbeitskräftemobilität zu einer "Win-Win-Win"-Situation für die Zuwanderer selbst sowie für deren Gast- und Heimatland führen.

   


24. Januar 2012:
Georgetown University und IZA unterzeichnen Kooperationsabkommen

   Am 24. Januar 2012 haben Francis Vella, Professor, Chair of the Economics Department & Villani Chair in Economics, und Gerald Mara, Dean of the Graduate School & Associate Provost, Research, of Georgetown University, mit IZA Direktor Klaus F. Zimmermann in der Georgetown University in Washington, DC, einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Vella ist auch langjähriger Research Fellow des IZA und Ko-Direktor des neu gegründeten Georgetown Center for Economics Research (GCER) zusammen mit Professor Roger Lagunoff, der auch an der Unterzeichnungszeremonie teilnahm.    

Das Kooperationsabkommen dokumentiert die intensive Zusammenarbeit der beiden Institutionen über die vergangenen Jahre und beschreibt die Aktivitäten, die sie in den nächsten Jahren gemeinsam verfolgen wollen. Dabei soll der Austausch von Forschern und Doktoranden gestärkt und die Teilnahme an Workshops und Konferenzen unterstützt werden. Die Partner werden sich für Forschung und Lehre engagieren und bei wirtschaftspolitischen Beratungsfragen zusammenarbeiten und sich dabei auch auf das Georgetown Center for Economic Research (GCER) stützen.
   


18. Januar 2012:
Zimmermann berät LIEPP in Paris
IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann wurde in den strategischen Beraterkreis des LIEPP (Laboratoire interdisciplinaire d’évaluation des politiques publiques), Sciences Po Paris, berufen, das die französische Regierung berät. Der Beirat setzt sich aus herausragenden Wissenschaftlern der Nationalökonomie, Politikwissenschaft und Soziologie zusammen, so neben Zimmermann u.a. Dani Rodrik (Harvard Universität), Tito Boeri (Bocconi Universität), Nobelpreisträger 2010 Christopher Pissarides der London School of Economics (LSE) sowie Craig Calhoun, der neue Direktor der LSE.

LIEPP wurde kürzlich durch ein internationales Evaluationsgremium der Französischen Forschungsgemeinschaft (ANR) als Exzellenzzentrum (Laboratoire d’excellence) ausgewählt und wird für die nächsten 10 Jahre von der französischen Regierung 10 Millionen Euro Fördergelder erhalten. LIEPP will unabhängig, überparteilich, international und multidisziplinär über institutionelle, soziale, politische, rechtliche und ökonomische Fragen arbeiten. Das Institut wird von Prof. Cornelia Woll und Prof. Etienne Wasmer (beide Sciences Po Paris) geleitet.
   


03. Januar 2012:
Neuer Streit um den Renteneintritt in Deutschland
IZA - Direktor Klaus F. Zimmermann hat in einem Gespräch mit der Bild-Zeitung die Einführung der Rente mit 67 verteidigt, die mit dem Jahr 2012 beginnt. "Auch die Rente mit 70 ist zumutbar und wird europaweit kommen."

Zimmermann hält schon seit 2005 die Rente mit 70 für die langfristig sozialste Maßnahme, da sie Leistungseinschränkungen oder Beitragserhöhungen vermeiden kann.

Zimmermann hatte sich in einem Interview mit den "Lübecker Nachrichten" unter anderem für eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit ausgesprochen. Unter dem Schlagwort "Rente mit 70" wurde dieser Vorschlag in die öffentliche Diskussion eingebracht und hatte eine heftige Debatte ausgelöst. Im folgenden finden Sie den vollständigen Wortlaut des Interviews mit Klaus F. Zimmermann sowie weitere Pressebeiträge zum Thema.

- Leserbrief in Tagesspiegel online (21. August 2005)
- Gastbeitrag in der Süddeutschen Zeitung (18. August 2005)
- Interview im Bonner General-Anzeiger (13. August 2005)
- Interview in den Lübecker Nachrichten [PDF] (10. August 2005)

Die Rente mit 70 wurde inzwischen auch von der Deutschen Bundesbank für Deutschland und von der EU - Kommission für Europa für notwendig befunden. Die Rente mit 67 war von der Großen Koalition nach den Bundetagswahlen 2005 beschlossen worden.
   


31. Dezember 2011:
IZA-Direktor: Vollbeschäftigung ist möglich
Die Nachrichtenagentur dapd erklärt auf Basis eines Interviews mit Zimmermann:

IZA-Direktor hält Vollbeschäftigung in Deutschland für möglich
"Bisher ist der Arbeitsmarkt auf die demografischen Veränderungen nur schlecht vorbereitet"
Bonn (dapd). Der Direktor des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn, Klaus Zimmermann, sieht Deutschland auf dem Weg zur "Vollbeschäftigung". Zimmermann sagte der Nachrichtenagentur dapd, die Zahl der Arbeitslosen könne ab 2015 "angesichts der jetzt massiv einsetzenden demografischen Entlastungen unter die Zwei-Millionen-Grenze rutschen". Aufgrund der Altersentwicklung werde zum Beispiel im Jahr 2012 das Arbeitskräfteangebot um rund eine Viertel Million Menschen abnehmen.

Zimmermann betonte, dieser Prozess werde "sich in den kommenden Jahren weiter forcieren". Insofern könne Deutschland "in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts Vollbeschäftigung erreichen, also eine Arbeitslosenquote bei vier Prozent". Der IZA-Direktor fügte hinzu: "Ich gebe aber zu, dieses Ziel ist ehrgeizig und setzt voraus, dass Politik und Tarifparteien daran aktiv arbeiten."

Die dringlichste politische Aufgabe der kommenden Jahre sei es, "den deutschen Arbeitsmarkt demografiefest zu machen". Zimmermann kritisierte: "Bisher ist der deutsche Arbeitsmarkt auf die dramatischen demografischen Veränderungen nur schlecht vorbereitet. Ein Gesamtkonzept fehlt."

Notwendig seien unter anderem mehr Anreize, Ältere länger in Beschäftigung zu halten. Zimmermann fügte hinzu: "Wenn es gelingt, unter den 55- bis 65-Jährigen bis zum Jahre 2025 eine Beschäftigungsquote von wenigstens 70 Prozent zu erreichen, können so mehr als eine Million zusätzliche Arbeitskräfte gewonnen werden."

Ebenso sollten "die Anreize für jene verbessert werden, die auch über die Regelaltersgrenze hinaus flexibel länger arbeiten wollen". Das Festhalten an starren Rentenaltersgrenzen sei "im Blick auf die demografischen Veränderungen nicht mehr zeitgemäß".

Im neuen Jahr erwartet Zimmermann trotz der Unsicherheiten durch die Euro-Krise einen weiteren Rückgang der Arbeitslosenzahlen. Er halte im Jahresdurchschnitt ein Absinken der offiziell gemeldeten Zahl der Arbeitslosen auf 2,7 Millionen für möglich.

Beleg für den Bericht dapd. Berichtet haben u.a.: Frankfurter Rundschau, der Bonner Generalanzeiger, die Berliner
Zeitung, die Kölnische Rundschau, die Frankurter Neue Presse, der Münchner Merkur, die Saarbrücker Zeitung, die Magdeburger Volksstimme, die Wirtschaftswoche, Die Welt Online, die Nassauische Neue Presse und das Hamburger Abendblatt. Der Bonner Generalanzeiger berichete sogar am 2.1.12 als Aufmacher auf der Titelseite.
   


06. Dezember 2011:
IZA-Direktor unterzeichnet Kooperationsvertrag mit der Weltbank
On December 2, 2011, Arup Banerji, Director for Social Protection and Labor within the World Bank's Human Development Network, signed a collaboration contract with IZA Director Klaus F. Zimmermann on the premises of the World Bank in Washington, DC. The memorandum of understanding documents how both institutions have been collaborating intensively over the last years in a series of activities and have decided to continue and extend this collaboration into a number of new areas.

Important knowledge gaps and weak capacity have limited the identification and implementation of effective labor market policy reforms in developing and transitions countries. Against this background, the World Bank and IZA had launched a joint research area on Employment and Development in 2006. At the heart of this partnership is the development of operationally-oriented research and policy advice on labor market issues. The World Bank and IZA share a common mission in promoting rigorous research and evidence-based policy analysis to support countries with the design and implementation of labor policies to create and provide access to jobs.

Therefore, the core of the collaboration in the near future will be the joint development of the World Bank Jobs Knowledge Platform and the IZA World of Labor project. At the same time, IZA and the World Bank will continue its many successful joint conferences and workshops and its research activities dealing with the pressing issues of developing, emerging and transitional countries. The next joint IZA/World Bank "Employment and Development" conference is scheduled to take place in Delhi, India, in November 2012. IZA research teams also support the forthcoming World Development Report on Jobs.
   


05. Dezember 2011:
Zimmermann unterstützt Rösler-Initiative zur Anwerbung von Fachkräften aus Krisenländern
IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann unterstützt die Initiative von Bundeswirtschaftsminister Rösler, Fachkräfte aus südeuropäischen Staaten mit hoher Arbeitslosigkeit anzuwerben: "Dabei handelt es sich um einen klugen Vorschlag, der die wirtschaftliche Funktionsweise des Euroraums stärken kann und darüber hinaus Deutschland nutzen würde", sagte Zimmermann dem Handelsblatt. Mit der Schaffung der gemeinsamen Währung sei klar gewesen, dass der Euroraum nur zusammenwachsen kann, wenn er neben der Fiskaldisziplin auch die internen Anpassungen über Arbeitsmobilität ermöglicht. "Die Eurostaaten haben wie bei der Begrenzung der Staatsverschuldung auch bei der tärkung der Mobilität zwischen den Arbeitsmärkten versagt", so Zimmermann. Deutschland habe das Anpassungspotenzial der EU-Osterweiterung "in sträflichem Leichtsinn" nicht rechtzeitig genutzt.

Zimmermann weiter: "Die sonstige interne Mobilität in Europa ist und bleibt traditionell gering. Eigentlich sollte es keiner staatlichen Förderung bedürfen, um arbeitslose Fachkräfte zumindest zeitweise aus den südeuropäischen Staaten nach Deutschland zu bringen. Der eine Wirtschaftsraum und die vorhandenen ethnischen Netzwerke nach Deutschland sollten das von selbst begünstigen. Dass die Fachkräfte nicht von alleine wandern, ist also schon ein schlechtes Zeichen für die europäische Integration. Der Vorschlag Röslers stärkt die marktwirtschaftlichen Mechanismen und damit den europäischen Wirtschaftsraum, schafft Arbeit für Südeuropäer und fördert das deutsche Wirtschaftswachstum."

Lesen Sie den Artikel in Handelsblatt Online.
   


28. November 2011:
Internationale Studie zeigt: Migranten beuten Wohlfahrtsstaat nicht aus
Die Großzügigkeit sozialer Leistungen hat keinen Einfluss auf die Zuwanderung innerhalb der Europäischen Union. Das ist das Ergebnis einer breit angelegten IZA-Studie. Für 19 europäische Länder untersuchten die Forscher über einen Zeitraum von 1993 bis 2008, ob nationale Unterschiede bei der Arbeitslosenunterstützung die Migrationsentscheidung potenzieller Zuwanderer beeinflussen. Derartige öffentliche Hilfen spielen für die Migration von Arbeitslosen innerhalb der EU keine Rolle – die Korrelation lag bei Null. Für Einwanderung aus Nicht-EU-Staaten zeigte sich eine nur sehr geringe, statistisch kaum signifikante kausale Wirkung. IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann sieht damit das Vorurteil widerlegt, arbeitslose Migranten suchten lediglich die Zuwanderung in die finanziellen Anreize des Wohlfahrtsstaates.

Lesen Sie dazu:
- IZA-Pressemitteilung vom 22.11.2011
- Studie im Volltext (IZA DP No. 6075)
media coverage
   


04. November 2011:
G-20-Gipfel 2011 in Cannes: IZA-Experten legen Konzept für globale Schuldenbremse vor
Zum G-20-Gipfel am 3./4. November im französischen Cannes haben Wissenschaftler des IZA den Staats- und Regierungschefs in einer aktuellen Studie Vorschläge für eine globale Strategie zur Konsolidierung der öffentlichen Haushalte unterbreitet. Die IZA-Studie der Autoren Mathias Dolls, Andreas Peichl und Klaus F. Zimmermann unter dem Titel "Eine Herausforderung für die G20: Global vereinbarte Schuldenbremsen und transnationale fiskalpolitische Aufsichtsgremien" stellt das Konzept einer globalen Schuldenbremse vor, durch die der Prozess der Haushaltskonsolidierung weltweit verbindlich gemacht werden soll. Um die Verbindlichkeit des Schuldenabbaus sicherzustellen, sollten die Schuldenbremsen in den nationalen Verfassungen verankert werden. Weiterhin halten die Forscher eine Überwachung durch transnationale, unabhängige Expertengremien für unverzichtbar.

Führende Medien in den G-20-Staaten haben Gastbeiträge von IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann zum Thema veröffentlicht [Pressespiegel].

Lesen Sie auch:
- IZA-Pressemitteilung (31.10.2011)
- IZA Standpunkte Nr. 45 (Studie im Volltext)
   


26. Oktober 2011:
Zimmermann: "Den deutschen Arbeitsmarkt demografiefest machen"
Der Demografiebericht der Bundesregierung macht nach Einschätzung von IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann deutlich, dass der Arbeitsmarkt in Deutschland auf die tiefgreifenden Veränderungen der kommenden Jahrzehnte nur schlecht vorbereitet ist. Zimmermann schlägt einen Fünf-Punkte-Katalog vor, um den demografischen Wandel beschäftigungsorientiert zu gestalten:

1. Mehr Anreize, Ältere länger in Beschäftigung zu halten
2. Bessere Abstimmung von Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik
3. Ausbau der Kinderbetreuungsangebote
4. Bedarfsgesteuerte Zuwanderung über Punktesystem [info]
5. Bessere Integration von Langzeitarbeitslosen

Lesen Sie dazu:
- IZA-Pressemitteilung vom 26.10.2011
- Demografiebericht der Bundesregierung
   


14. Oktober 2011:
Proteste gegen die Finanzwirtschaft
Zu den weltweiten Demonstrationen gegen die Finanzwirtschaft stellte IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann fest:

"Die Proteste zeigen, dass das Unbehagen über Auswüchse auf den Finanzmärkten inzwischen die Mitte der Gesellschaft erreicht hat. Die Politik muss dies ernst nehmen, auch wenn ich die Fundamentalkritik an unserem Wirtschafts- und Finanzsystem nicht zu teilen vermag. Aber die Proteste sind ein dringender Aufruf zum Handeln. Im November 2008 haben die G 20 - Staaten feierlich erklärt, 'alle Finanzmärkte, Finanzprodukte und Finanzmarktteilnehmer einer Regulierung oder angemessenen Überwachung' zu unterwerfen. Doch dies blieb bis heute überall auf der Welt Stückwerk. Ich hatte seinerzeit wiederholt eine Rekapitalisierung der Banken notfalls durch zeitweise staatliche Beteiligung gefordert. Auch diese Forderung verhallte ungehört. Ich gehöre nicht zu denen, die 'die Märkte' oder 'die Finanzwirtschaft' pauschal für alle Probleme der globalen Ökonomie verantwortlich machen. Aber wenn die Politik versagt, verbindliche Regeln zu setzen oder nötige Rahmenbedingungen zu schaffen, dann darf es niemand wundern, wenn der Ruf nach einer 'Bändigung des Raubtierkapitalismus' wieder aufkommt und schriller und populistischer wird. Und das Vertrauen in 'die Märkte' sinkt. Es ist deshalb dringend wünschenswert, dass der G 20- Gipfel Anfang November noch einmal einen ernsthaften Anlauf nimmt, das auf den Weg zu bringen, was 2008 versprochen wurde."

Über seine Position berichtete Handelsblatt online (14. August 2011).

Hinweise:
D. Schäfer; K. F. Zimmermann: Finanzmärkte nach dem Flächenbrand. Gabler Verlag. Wiesbaden 2010. Und (gleiche Autoren): Bad bank(s) and the Recapitalisation of the Banking Sector, Intereconomics, 4, July/August 2009, 215-225.
   


10. Oktober 2011:
IZA präsentiert neuen Konjunkturindex auf der Basis von Maut-Daten
In einem aktuellen Forschungspapier, das demnächst im Journal of Forecasting erscheint, stellt Nikos Askitas, Leiter des Internationalen Datenservicezentrums (IDSC) des IZA,gemeinsam mit Klaus F. Zimmermann einen innovativen Konjunkturindex vor, der auf Lkw-Mautdaten basiert. Auf diese Weise lassen sich Veränderungen der deutschen Wirtschaftsleistung präzise und deutlich früher als mit herkömmlichen Indikatoren erfassen.

Die aktuellen Daten des "Toll Index" sind über die IDSC-Homepage abrufbar und werden demnächst monatlich in der Wirtschaftswoche veröffentlicht.

Lesen Sie dazu:
- Wirtschaftswoche-Artikel (10.10.2011): "New Economics: Maut als Maßstab"
- IZA DP No. 5522: "Nowcasting Business Cycles Using Toll Data"
- IZA PP No. 31: "The Toll Index: Innovation-based Economic Telemetry"
   


03. Oktober 2011:
Zimmermann berät chinesische Regierung
IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann wurde zum Mitglied des Beirats des China Institutes of Income Distribution Studies der Beijing Normal University berufen. Der Beirat besteht aus herausragenden nationalen und internationalen Experten, die sich mit Fragen der Einkommensverteilung und der Armut beschäftigen. Professor Zhao Renwei, Honorary Fellow der Chinese Academy of Social Sciences ist Chairman des Beirats. Das Institut konzentriert sich auf arbeitsökonomische Fragen und berät die chinesische Regierung. Das Institut wird von Prof. Song Xiao Wu und Prof. Li Shi (beide Beijing Normal University) geleitet.
   


23. September 2011:
Zimmermann unterstützt Vorstoß für ein europäisches Finanzministerium
Die vom langjährigen EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark in einer Studie vorgestellten Empfehlungen zur Errichtung einer unabhängigen Institution zur Überwachung der Fiskalpolitik der Euroländer als Keimzelle eines künftigen europäischen Finanzministeriums werden vom IZA uneingeschränkt unterstützt. IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann: "Diese mutigen Reformvorschläge entsprechen dem Konzept, das wir Mitte August vorgeschlagen hatten, um aus der jetzigen Euro-Krise die richtigen prinzipiellen Konsequenzen zu ziehen. Die Regierungschefs sind gut beraten, diese Vorschläge jetzt beherzt aufzugreifen, um die Finanzmärkte nachhaltig zu beruhigen."

Das IZA hatte Mitte August in einem Grundsatzpapier unter anderem eine Instanz für die Euro-Zone gefordert, die effektiver für Spardisziplin sorgt, als es das ursprüngliche Regelwerk von Maastricht ermöglicht. Der Stabilitäts- und Wachstumspakt hat während der Entstehung und bei der Bewältigung der Überschuldungskrise von Staaten wie Banken versagt. Deshalb sollte der Euro-Raum den Mut für einen wirklichen Befreiungsschlag aufbringen und ein europäisches Finanzministerium mit entsprechenden Kompetenzen und Durchgriffsmöglichkeiten schaffen. Nur durch funktionierende Entscheidungsstrukturen wird die Euro-Gemeinschaft aus der gegenwärtigen tiefgreifenden Krise gestärkt hervorgehen. Zimmermann: "Ich freue mich sehr, dass die aktuelle Studie des EZB-Chefvolkswirts, dessen Kompetenz unbestritten ist, dieser Linie folgt und sie weiter konkretisiert. Damit wachsen auch die Erfolgsaussichten für deren Realisierung."
   


12. September 2011:
IZA advises European Commission on migration policies towards EaP countries
With IZA Director Klaus F. Zimmermann as the consortium leader, IZA joins forces with CASE Warsaw, Central European University and London School of Economics to advise the European Commission on the costs and benefits of, and the available policy options for, labor mobility between the EU and the Eastern Partnership (EaP) countries (Armenia, Azerbaijan, Belarus, Georgia, Moldova and Ukraine). The study aims to provide both the EU Commission and the EaP countries with an expert analysis of the current patterns of labor migration, their relationships with labor market characteristics as well as the potential for increased flows between the EaP countries and the EU. The study will aim to propose a series of specific and detailed recommendations that could improve (i) the labor migration management of the EU and of its Member States when seeking human capital complementarities with EaP Partner Countries, (ii) the overall EU economic strategy towards EaP countries, as well as (iii) the labor and labor migration policies of EaP countries. The project (Costs and Benefits of Labour Mobility between the EU and the Eastern Partnership Partner Countries - EuropeAid/130215/C/SER/Multi) started in September 2011 and is to be completed by February 2013.
   


08. August 2011:
Zimmermann:
Den USA und Europa drohen weitere Turbulenzen an den Finanzmärkten, solange es nicht zur strukturellen Veränderungen in der Finanzpolitik kommt. Diese These vertritt IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann in einem Gastbeitrag für Handelsblatt online vom 8. August 2011.
   


30. Juli 2011:
Amerikanisches Schuldendrama ohne Ende
IZA Direktor und Professor der Universität Bonn Klaus F. Zimmermann ist regelmäßiger Beobachter der amerikanischen Wirtschaftspolitik. Zur amerikanischen Schuldendebatte stellt er fest:

"Aus der Sachlage heraus ist eine Abstufung der Bonität der Vereinigten Staaten unvermeidlich. Das hatte ich im Übrigen bereits im vergangenen Jahr prognostiziert. Denn die Voraussetzungen für eine langfristige Sanierung des amerikanischen Haushaltes sind nicht erkennbar. Die Aufschub versprechende Formalie einer Erhöhung der Verschuldungsgrenzen löst das Problem überhaupt nicht. Letztlich werden die Rating-Agenturen die Top-Bonität der USA auch nach einem solchen Schritt in Zweifel ziehen, wenn diese nachhaltigen fiskalischen Verbesserungen nicht in Sicht sind.

Natürlich ist der Schaden für die USA durch die gegenseitige Blockade im Haushaltsstreit schon jetzt sehr groß. Jede weitere Verunsicherung der Märkte bedroht überdies die Rolle des US-Dollars als globale Leitwährung. Sollten jetzt die Rating-Agenturen die Top-Bonität der USA tatsächlich aus formalen Gründen abstufen, würde dies die schwächelnde amerikanische Konjunktur und die insgesamt labile weltwirtschaftliche Lage wegen der höheren Verschuldungskosten und dem geschwächten US-Dollar in ernsthafte Turbulenzen bringen. Wegen der schlechten Alternativen, die europäische Lage ist ja auch nach der letzten Einigung nicht entspannt, könnten die sensiblen Finanzmärkte wieder einmal irrational agieren.

Natürlich folgt das gegenwärtige Schuldendrama in Washington simplen Mechanismen des politischen Machtkampfs. Die Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr werfen ihre breiten Schatten. Aber ohne solche Dramen gibt es in der Politik auch keine starken Veränderungen. Entscheidend ist doch hier, ob die gefundenen Lösungen strategisch oder doch nur taktisch sind. Eine simple Erhöhung der Schuldengrenze wäre doch nur das Signal, dass man die Lage nicht ernst nimmt und kein Lösungskonzept hat. Insofern ist der bis zur letzten Minute zelebrierte Schuldenstreit, solange es um nachhaltige Einsparungen geht, schon einmal ein gutes Zeichen. Die Einigung auf erste Schritte einer Fiskalpolitik, die die Erfordernisse von Haushaltssanierung und Wachstum der Volkswirtschaft im Auge hat, ist Pflicht.

Daraus können wir nur lernen, dass der nächste Gipfel der G 8 nur ein zentrales Thema haben darf: Wie bekommen die Industriestaaten das Problem der staatlichen Überschuldung nachhaltig in den Griff. Hierzu brauchen wir langfristig verlässliche Verabredungen. Es ist fünf vor 12. Bekanntlich hatten die USA schon beim Gipfel in Deauville Ende Mai einen klaren und glaubwürdigen Rahmen zur mittelfristigen Haushaltskonsolidierung versprochen. Das jetzige Drama ist doch nur die Folge davon, dass dieses Versprechen nicht eingehalten wurde.

An diesem Thema müssen aber alle Länder arbeiten - die Euro-Zone läßt grüßen. Andernfalls droht das Schuldenproblem zur größten weltwirtschaftlichen Belastung des 21. Jahrhunderts zu werden.

Insofern sind die Vorgänge in den USA auch eine Warnung: Die laxe Politik des "Deficit Spending" über automatische Stabilisatoren hinaus muss für immer vorbei sein."
   


29. Juli 2011:
Zimmermann: Politik und Wirtschaft müssen sich mehr für Deutschland als attraktiven Zuwanderungsstandort engagieren
IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann zieht drei Monate nach der Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes für Osteuropa eine kritische Zwischenbilanz

Seit 1. Mai gilt für Arbeitnehmer aus acht osteuropäischen EU-Mitgliedsstaaten die uneingeschränkte Freizügigkeit auf dem deutschen Arbeitsmarkt. In einer ersten Bilanz nach drei Monaten kommt Klaus F. Zimmermann, Direktor des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA), zu einer kritischen Bewertung der bisherigen Erfahrungen. "Erwartungsgemäß haben nur wenige Bürger aus Polen, Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Slowenien, Estland, Lettland und Litauen von den neuen Möglichkeiten Gebrauch gemacht. Denn Deutschland hat es versäumt, sich parallel zur Marktöffnung auch als attraktives Zielland zu profilieren. Sollen die händeringend gesuchten Fachkräfte und Hochqualifizierten künftig verstärkt zu uns kommen, brauchen wir eine aktive Anwerbestrategie. Denn diese Personen haben in anderen Ländern noch interessantere Perspektiven; außerdem wird ihre Arbeitskraft auch in ihrer Heimat mehr denn je – bei dort steigenden Löhnen – nachgefragt", erklärte Zimmermann.

Klaus F. Zimmermann forderte Politik und Wirtschaft auf, durch eine offensive Strategie die Chancen der neuen Freiheit auf dem Arbeitsmarkt angesichts der wachsenden personellen Knappheit in vielen Wirtschaftssektoren besser zu nutzen. Dann werde die Öffnung für Deutschland langfristig deutlich positive Effekte mit sich bringen. Die Produktivitätsgewinne würden vor allem zu höheren Einkommen und Vermögen beitragen.

"Wichtig ist zum Beispiel, Wanderungswillige frühzeitig zu beraten und bei der beruflichen Neuorientierung zu begleiten etwa durch Informations- und Servicestellen vor Ort in Kooperation mit dortigen lokalen Partnern", forderte Zimmermann.
Interessierte Menschen aus Osteuropa sollten durch eine Kultur der Offenheit und des Willkommens von den Vorzügen des Standortes Deutschland überzeugt werden.

Nach neuesten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit ergibt sich durch die Neuregelungen im Monat Mai ein Zuwachs bei der Zahl der erfassten Beschäftigten von 24.000 Personen. Wegen des erheblich geringeren Zuwachses der Registrierungen bei den Melderegistern handelt es sich dabei deshalb überwiegend um Legalisierungen, keine neuen Zuwanderungen. "Das IZA bleibt deshalb bei seiner Einschätzung vor der Ostöffnung, dass der neue Zustrom aus diesen osteuropäischen Regionen eher gering sein wird. Zudem wird diese Zahl angesichts der weltweiten Nachfrage nach Fachkräften wieder sehr schnell zurückgehen. Osteuropa kann also nach den derzeitigen Erfahrungen nur einen sehr geringen Beitrag leisten, die absehbaren Engpässe auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu lösen", so Zimmermann.

Bereits zum 1. Mai 2011 hatten sich Klaus F. Zimmermann und das IZA in zahlreichen Interviews und Gastbeiträgen zum Thema geäußert [lesen Sie mehr].
   


18. Juli 2011:
Fachkräfteabwerbung aus Europa
Angesichts des Fachkräftemagels in Deutschland setzt die Bundesagentur für Arbeit (BA) auf qualifizierte Zuwanderer aus den Krisenländern Europas, die sie für Deutschland anwerben will. IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann begrüßt diese umstrittene Initiative und stellt dazu fest:

"Es ist ja gerade der Sinn des einheitlichen europäischen Wirtschaftsraumes, dass wir zum wirtschaftlichen Vorteil aller die wirtschaftlichen Ressourcen gemeinsam nutzen. Die nötige Flexibilität des Euro-Raumes, der durch die gemeinsame Währung eingeschränkt wurde, sollte durch eine höhere Flexibilität der Arbeitskräfte ausgeglichen werden. Es handelt sich also nur um eine vernünftige Umsetzung der Konstruktionsprinzipien des gemeinsamen Wirtschaftsraumes. Es geht um Fachkräfte wie Ingenieure, Informatiker, Mediziner und weitere Mitarbeiter in Gesundheitsberufen, die in ihren Ländern derzeit keine Berufsperspektiven sehen, aber bei uns sehr gesucht sind. Diesen jungen Eliten helfen wir nicht, wenn sie zuhause arbeitslos bleiben. So sind laut Europäischem Statistikamt Eurostat mehr als 40 Prozent der jungen Spanier erwerbslos, das ist der schlechteste Wert in Europa. In Portugal sind rund 14.000 arbeitslose Ingenieure gemeldet. In Griechenland sind Hunderte junger Ärzte ohne Job. Diese Spezialisten sind hoch motiviert, integrationsbereit und lernen auch die deutsche Sprache, wenn sie zu uns kommen. Sie sind deshalb in Deutschland sehr willkommen. Viele gehen später wieder mit ihren gewonnenen Erfahrungen in ihre Heimatländer zurück und helfen dann dort erfolgreich bei der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung. Das ist der richtige Weg, denn durch diese Mobilität helfen wir letztlich allen Ländern. Deshalb müssen wir alles tun, damit sich Europa noch mehr zu einem offenen Arbeitsmarkt weiterentwickelt."

dpa berichtete. Lesen Sie dazu den Handelsblatt-Artikel vom 19. Juli 2011 oder andere Medien: "finanzen100"
   


18. Mai 2011:
Zimmermann beteiligt sich an Ökonomenaufruf an die G8-Staaten zur Hilfe für Tunesien
Eine Gruppe namhafter Ökonomen ruft anlässlich des Gipfeltreffens der G8-Staaten am 26. und 27. Mai im französischen Deauville zu einem Aktionsplan für Tunesien auf. Zu den Unterzeichnern des unter anderem in der Financial Times Deutschland (26. Mai), New York Times/International Herald Tribune (USA), Le Monde (Frankreich), Neue Zürcher Zeitung (Schweiz), Der Standard (Österreich) und La Repubblica (Italien) verbreiteten Aufrufs zählt neben IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann u.a. Elyès Jouini (Université Paris-Dauphine), Richard Portes (London Business School und CEPR), Nouriel Roubini (New York University) und Nobelpreisträger Joseph Stiglitz (Columbia University).

Die Experten verweisen auf das hohe Risiko eines Scheiterns der Demokratiebewegung in Tunesien und fordern ein umfangreiches finanzielles Hilfsprogramm. "Ohne eine substanzielle Unterstützung durch die G8-Staaten wird Tunesien die vor ihm liegenden Herausforderungen des sozialen und ökonomischen Umbruchs nicht bewältigen können", so Zimmermann. "Die Folgen wären fatal – sowohl für die Völker der Region als auch für Europa. Unterlassene Hilfeleistung wird zu neuen Migrationsströmen führen und die Egoismen in der EU weiter vorantreiben."

Konkret schlagen die Ökonomen ein auf fünf bis zehn Jahre angelegtes Hilfsprogramm in einer Größenordnung von bis zu 30 Milliarden US-Dollar vor. Damit solle die tunesische Infrastruktur verbessert und so die Voraussetzung zur Ankurbelung der Wirtschaft geschaffen werden, die derzeit stark unter dem Einbruch im Tourismusgeschäft leidet. Darüber hinaus sieht der Aktionsplan sofortige Beihilfen zur Stabilisierung der Lebensmittel- und Energiepreise in Tunesien vor.

"Wenn wir nicht die Kraft aufbringen, Tunesien jetzt entschlossen zu helfen, untergräbt das jede Glaubwürdigkeit der westlichen Industriestaaten und bereitet den Nährboden für neuen Extremismus", warnt Zimmermann. "Tunesien ist kein Fass ohne Boden, sondern hat große Chancen, ein Vorbild für die Staaten der Region zu werden. Gerade Europa tut gut daran, sich hier zu engagieren – auch im eigenen Interesse."

[Vollständiger Wortlaut des Aufrufs]
   


01. Mai 2011:
EU Ostöffnung - Kein Massenansturm aus Osteuropa
Am 1. Mai 2011 enden die Übergangsfristen der EU-Osterweiterung. IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann betont in einer Serie von Vorträgen, Interviews und Standpunktartikeln für die Medien, dass die Befürchtungen eines Massenansturms unbegründet sind. Im Gegenteil hält er für wissenschaftlich belegt, das eine frühere Ostöffnung für die europäischen Arbeitsmärkte und insbesondere für Deutschland besser gewesen wäre. Ein "dapd-Bericht". Einen intensiven Überblick über die Positionen von Zimmermann und dem IZA in den verschiedenen national und internationalen Medien erhält man bei:"IZA EU-Osterweiterung".
   


25. April 2011:
Klimaschutz muss Priorität haben
Der Direktor des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA), Klaus F. Zimmermann, warnte die Bundesregierung vor einem überstürzten Atomausstieg. Viele Fragen seien noch völlig ungeklärt, sagte Zimmermann der Nachrichtenagentur dapd. So dürfe der Klimaschutz nicht auf der Strecke bleiben. Zimmermann forderte ein langfristig angelegtes Energiekonzept, das sowohl Sicherheit und Versorgungszuverlässigkeit als auch Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz zum Ziel hat. Alle Entscheidungen müssten dabei gemeinsam mit der Energiewirtschaft getroffen werden. Für weitere Informationen: "zeitong.de" Das vollständige dapd-Interview mit IZA Direktor Zimmermann: "dapd"
   


21. Februar 2011:
Der 'Economist' berichtet über IZA-Studie zu internationalen Trends in der Wirtschaftsforschung
In einem Artikel zum wachsenden Einfluss europäischer Wirtschaftsforscher in internationalen Fachzeitschriften verweist der Economist auf eine von Klaus F. Zimmermann mitverfasste Studie, die als IZA Discussion Paper erschienen ist. Demnach konnten europäische Ökonomen ihren Anteil an Fachveröffentlichungen zwischen 1991 und 2006 von 24 auf 40 Prozent steigern, während der Anteil nordamerikanischer Forscher (hauptsächlich aus den USA) im gleichen Zeitraum von 66 auf 45 Prozent sank. Zu dieser Entwicklung beigetragen hat nicht zuletzt der 1999 initiierte Bologna-Prozess, mit dem die EU die Internationalisierung von Studium und Wissenschaft vorantreiben will.

Lesen Sie dazu:
- Economist-Artikel ("The economics profession: New world order")
- IZA DP No. 4785 ("Trends in Economic Research: An International Perspective")
   


21. Februar 2011:
Expertenanhörung zu Fachkräftemangel in Deutschland: Zimmermann fordert Punktesystem
IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann nimmt heute (21. Februar 2011) an einer öffentlichen Anhörung des Deutschen Bundestages zum Thema Fachkräftemangel als Sachverständiger teil. Der Ausschuss für Arbeit und Soziales des Bundestags hat die Anhörung auf Grundlage eines Beschlussantrags der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen anberaumt. Zimmermann fordert in seiner schriftlichen Stellungnahme unter anderem die rasche Etablierung eines Punkte-Auswahlsystems für die Gewinnung qualifizierter ausländischer Fachkräfte. Lesen Sie die Stellungnahme im Volltext.
   


14. Februar 2011:
Zimmermann in EALE-Exekutivkomitee berufen
IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann und Forschungsdirektor Marco Caliendo werden ab September für drei Jahre dem Exekutivkomitee der European Association of Labour Economists (EALE) angehören und die Organisation der EALE-Jahrestagung 2012 koordinieren, die das IZA in Bonn ausrichten wird. "Wir freuen uns, dass wir mit dem IZA einen fachlich und organisatorisch überaus kompetenten Partner für die Ausrichtung der Konferenz gewinnen konnten", so EALE-Generalsekretär Thomas Dohmen (Universität Maastricht).

[Mehr Infos zur EALE]
   


28. Oktober 2010:
Zimmermann hält Vorträge in Boston, Bratislava und Budapest
Auf Einladung renommierter Institutionen referierte IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann im Oktober zu aktuellen Arbeitsmarktfragen in den USA, Ungarn und der Slowakei. Als Gast des Zentrums für deutsche und europäische Studien der Brandeis University in Boston, USA, erläuterte er das erfolgreiche Krisenmanagement der deutschen Politik im Verlauf der jüngsten globalen Wirtschaftskrise. Eine lebhafte Diskussion mit Brandeis-Professorin Catherine L. Mann, Direktorin des an der Universität angesiedelten Rosenberg-Instituts (Bild rechts), bot Gelegenheit zur Erörterung der Frage, warum der deutsche Arbeitsmarkt gestärkt aus der Krise hervorging, während die US-Wirtschaft weiter schwächelt.

In den Hauptstädten der Slowakei und Ungarns präsentierte Zimmermann die Ergebnisse eines aktuellen, im Auftrag der Europäischen Kommission durchgeführten IZA-Forschungsprojekts zum Thema "Ethnische Diversität auf den europäischen Arbeitsmärkten". Die Untersuchungsergebnisse sind angesichts der nicht nur in Deutschland neu einsetzenden Zuwanderungsdebatte von besonderer Aktualität. In Bratislava war Zimmermann Keynote-Redner einer von der Friedrich-Ebert-Stiftung unterstützten internationalen Tagung und führte Beratungsgespräche mit Regierungsvertretern. In Budapest referierte er im Rahmen einer Vortragsreihe der Central European University.
   


30. September 2010:
Zimmermann wird Mitglied der Academia Europaea
Im September 2010 hat der Rat der Academia Europaea IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann zum Mitglied ernannt. Die 1988 gegründete Academia Europaea ist eine wissenschaftliche Gesellschaft mit inzwischen über 2000 Mitgliedern, unter ihnen 38 Nobelpreisträger, aus allen Bereichen der Natur- und Gesellschaftswissenschaften. Ziel der Gesellschaft ist es unter anderem, das Verständnis der Wissenschaften in der Öffentlichkeit zu fördern. Die Mitgliedschaft wird durch Einladung an europäische Wissenschaftler nach Vorschlag einer Gutachterkommission erworben. Zimmermann ist seit 1991 der erste deutsche Ökonom, der in die wirtschaftswissenschaftliche Sektion der Academia berufen wurde.
[Homepage der Academia Europaea]
   


24. September 2010:
Ende einer Ära: IZA verabschiedet Werner A. Müller (Springer-Verlag)
Mit Werner A. Müller, als Executive Vice President beim Springer-Verlag zuständig für die Gebiete Wirtschaft, Jura und Statistik, verbindet das IZA eine langjährige erfolgreiche Partnerschaft. Eine beeindruckende Zahl von 16 Fachbüchern des IZA wurden unter seiner Regie vom Verlag herausgebracht.

Darüber hinaus war Werner Müller maßgeblich in die Entstehung der von IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann mitbegründeten und vom IZA betreuten Fachzeitschrift Journal of Population Economics involviert. Die in Kooperation mit der European Society for Population Economics (ESPE) und dem Springer-Verlag publizierte Zeitschrift feiert im Jahr 2012 ihr 25jähriges Bestehen. Nicht zuletzt dank Müllers Engagement gilt das Journal heute als weltweit führende Fachzeitschrift auf dem Gebiet der Bevölkerungsökonomie.

Werner Müller tritt nach rund 30 Jahren im Verlagsgeschäft in den Ruhestand. Im Juli 1981 kam er zum Springer-Verlag und verantwortete dort den Bereich Wirtschaft. Nachdem er 1985 zusätzlich die Geschäftsführung des Physica-Verlags übernommen hatte, wurde Müller 1988 in das Direktorium des Springer-Verlags berufen. Zuletzt betreute er als Executive Vice President die Bereiche Wirtschaft, Jura und Statistik. Anlässlich eines Empfangs zu seiner Verabschiedung würdigte ihn Zimmermann als "verlässlichen Partner und Freund, der das IZA und mich persönlich von Anfang an unterstützt hat".
   


07. September 2010:
Zimmermann fordert Umdenken in der Familienpolitik
Angesichts einer dauerhaft niedrigen Geburtenrate in Deutschland hat IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann die Politik aufgefordert, durch längst überfällige Maßnahmen für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu sorgen. Dazu zähle vor allem der Ausbau von Kinderbetreuungsmöglichkeiten, der sich durch die Abschaffung des Ehegattensplittings finanzieren ließe.
Schon vor 25 Jahren hatte Zimmermann in Fachpublikationen auf die Probleme hingewiesen, die sich durch eine alternde und schrumpfende Bevölkerung für die Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme und die Schließung der Fachkräftelücke ergeben, wenn es nicht gelingt, Frauen vollständig in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Seitdem hat der IZA-Direktor die Forschung auf diesem Gebiet auch als Gründungsherausgeber des Journal of Population Economics maßgeblich vorangetrieben. Doch ohne eine konsequente politische Umsetzung dieser wissenschaftlichen Erkenntnisse riskiere Deutschland, dass "die Demographie ab 2015 endgültig die Gestaltungshoheit übernimmt", warnt Zimmermann.
Vor diesem Hintergrund ist es zu begrüßen, dass der Verein für Socialpolitik die "Ökonomie der Familie" zum Schwerpunktthema seiner Jahrestagung 2010 gemacht hat, die Anfang September in Kiel stattfand. Das IZA war dort mit einem Informationsstand präsent, der zahlreiche wissenschaftliche Studien zum Thema bereithielt.

Lesen Sie mehr.
   


26. Juli 2010:
IZA-Direktor fordert Korrekturen am Zuwanderungsrecht: "Politik aus einem Guss"
IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann fordert angesichts des Fachkräftemangels deutliche Korrekturen am Zuwanderungsrecht. Ohne eine Öffnung des Arbeitsmarkts könne eine Exportnation wie Deutschland "in der globalisierten Welt nicht bestehen", sagte Zimmermann der Nachrichtenagentur ddp. Er mahnte zugleich die Einrichtung eines Bundesministeriums für Integration und Zuwanderung an, in dem alle wirtschaftlichen, sozialen und bildungsspezifischen Aspekte dieses Themenbereichs gebündelt werden. Nur so entstehe "Politik aus einem Guss".

Lesen Sie das Interview im Wortlaut.
   


05. November 2009:
Gastbeitrag in Financial Times: Zimmermann zur Zukunft Ostdeutschlands
Zum 20. Jahrestag des Mauerfalls analysiert IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann in einem Gastbeitrag für die Financial Times die wirtschaftliche Entwicklung in Ostdeutschland seit der Wende.

Dass die Wirtschaftsleistung der neuen Länder noch immer unter dem Westniveau liegt, führt Zimmermann vorrangig auf die geringe Besiedelungsdichte der ostdeutschen Regionen zurück. Diese Differenz in der Raumstruktur habe historischen Charakter und könne mittelfristig nicht ausgeglichen werden, so Zimmermann. Daher sei es umso wichtiger, dass Ostdeutschland einen klaren regionalen Wettbewerbsvorteil entwickle.

Lesen Sie den Beitrag im Volltext: "Why east Germany is slow to change" (Financial Times, 5. November 2009)
   


17. August 2009:
Zimmermann im SPIEGEL-Streitgespräch: Abwrackprämie ist kontraproduktiv
IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann nimmt in der aktuellen Ausgabe des Magazins "Der Spiegel" ausführlich Stellung zu den ökonomischen Auswirkungen der Abwrackprämie, den Perspektiven der Autoindustrie in Deutschland und den Folgen der weltweiten Wirtschaftskrise.

Zimmermann im Streitgespräch mit Max Otte (Universität Worms) wörtlich: "Weltweit hat die Autoindustrie Überkapazitäten, schon seit einigen Jahren. Aber die derzeitige Diskussion um die Rettung der Autobranche hat die langfristige Sicherung der Unternehmen nicht im Blick. Es geht um das Versprechen, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten, für das der deutsche Steuerzahler möglichst viel zahlen soll. Das ist mit das Unangenehmste an dieser Prämie: Sie hilft, den Anpassungsprozess, den Kapazitätsabbau und die Generierung neuer Produkte zu verlangsamen. [...] Jetzt kommt diese Prämie und wird auch noch 'Ökoprämie' genannt - aber mit Ökologie hat das nichts zu tun."
   


25. Juni 2009:
Zimmermannn stellt neue Methode vor: Google-Suche macht Arbeitsmarktentwicklung transparent
In Krisenzeiten sind zuverlässige und frühzeitige Prognosen zur Wirtschafts- und Arbeitsmarktentwicklung besonders gefragt. Mangels rechtzeitig verfügbarer Primärdaten und angesichts rascher struktureller Veränderungen stoßen die traditionellen Prognoseverfahren derzeit jedoch an ihre Grenzen und bilden die Wirklichkeit nur unvollkommen ab. Massive Eingriffe des Gesetzgebers, wie etwa die Ausweitung der Kurzarbeit in Deutschland, stellen die etablierten Prognosemodelle zur Zeit vor zusätzliche Probleme.

Eine heute veröffentlichte Studie von IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann und Nikos Askitas (Leiter IDSC des IZA) präsentiert einen innovativen Ansatz zur kurzfristigen Prognose von Arbeitslosigkeit mit Hilfe der Auswertung von Google-Suchanfragen. Anhand des neuen Prognosemodells ist es möglich, die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Schnitt bereits einen Monat vor Bekanntgabe der offiziellen Zahlen durch die Bundesagentur für Arbeit vorauszusagen – und dies mit bemerkenswert hoher Treffsicherheit, wie die ersten praktischen Anwendungen des neuen Modells zeigen. Die Umbrüche der vergangenen Monate konnten bereits gut erfasst werden. Für den Monat Juni sagt das Modell einen weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit in Deutschland voraus.

"Internetdaten liefern eine wissenschaftlich bisher kaum genutzte Datengrundlage. Sie sind rasch und umfangreich verfügbar. Und sie reagieren flexibel auf Änderungen der wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen. Diese Daten für Arbeitsmarktprognosen zu nutzen, ist vielversprechend, denn mehr als 86 Prozent der Arbeitslosen nutzen auch das Internet für ihre Jobsuche. Fast jeder Arbeitsuchende hinterlässt also Spuren im Internet. Der Prognoseansatz mit Hilfe von Google-Daten kann keine Verhaltensmodelle ersetzen, die nach ursächlichen Zusammenhängen fragen. Er liefert jedoch schnelle und zuverlässige Informationen, die der Politik als Frühwarnsystem dienen können", so Zimmermann.

Lesen Sie den vollständigen Text der Studie:
IZA Standpunkte Nr. 13: "Prognosen aus dem Internet: Weitere Erholung am Arbeitsmarkt erwartet"

Die wissenschaftlichen Grundlagen wurden in einem weiteren Beitrag der Autoren gelegt, der in der Zeitschrift "Applied Economics Quarterly" veröffentlicht worden ist:
IZA Discussion Paper No. 4201: "Google Econometrics and Unemployment Forecasting" (enthält Link zur publizierten Fassung)
   


24. Juni 2009:
Fünf Jahre EU-Osterweiterung: Zimmermann kritisiert Politik der Abschottung
Deutschland gehört mit seiner restriktiven Migrationspolitik zu den Verlierern der EU-Osterweiterung. Das ist das zentrale Ergebnis umfassender Studien unter Federführung des IZA. In einem demnächst erscheinenden Buch werden die Arbeitsmarkteffekte der neuen Ost-West-Migration detailliert untersucht. Dabei stehen sowohl die Auswirkungen auf die Arbeitsmärkte der alten EU-Staaten als auch die Folgen für die Volkswirtschaften der osteuropäischen Beitrittsländer im Mittelpunkt. Insgesamt überwiegen klar die Vorteile. Diejenigen westlichen EU-Staaten, die – wie etwa Schweden, Irland und Großbritannien – frühzeitig Freizügigkeit gewährt haben, haben am deutlichsten profitiert. Deutschland unternimmt erst seit Jahresanfang 2009 mit dem "Arbeitsmigrationssteuerungsgesetz" den Versuch, verlorenen Boden im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte wieder gut zu machen.

"Wenn aber gleichzeitig nach außen weiterhin der Eindruck vermittelt wird, Freizügigkeit werde unverändert nicht gewährt, darf man sich nicht wundern, dass die Besten Deutschland nicht als Zielland auf der Rechnung haben", so IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann. "Auch in der gegenwärtigen Wirtschaftskrise ist eine solche Politik kurzsichtig, denn der dringende Bedarf an Fachkräften lässt sich mittelfristig nur durch Zuwanderung decken. Hochqualifizierte kommen nicht von heute auf morgen. Sie wandern in Länder, die eine entsprechende Reputation als Einwanderungsland aufgebaut haben. Deshalb muss Deutschland jetzt ein klares Signal setzen, dass ausländische Fachkräfte, insbesondere Hochschulabsolventen, in Deutschland ausdrücklich als Zuwanderer erwünscht sind." (Weitere Informationen siehe IZA-Pressemitteilung)

Die wichtigsten Resultate der Forschungsarbeiten sind als IZA Standpunkte Nr. 14 abrufbar.

Informationen zum Buch: Martin Kahanec/Klaus F. Zimmermann (Hrsg.), EU Labor Markets after Post-Enlargement Migration, Berlin et al. 2009, ISBN 978-3-642-02241-8.

   


20. April 2009:
NRW 2025: Zukunftskommission legt Bericht vor - Zimmermann leitete Arbeitsgruppe
Die von NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers eingesetzte "Zukunftskommission" hat heute ihren Abschlussbericht mit einem breiten Katalog von Handlungsempfehlungen für das Bundesland Nordrhein-Westfalen vorgelegt. Als Diskussionsgrundlage für die Arbeit der hochrangigen Expertenkommission hatte zuvor unter Federführung von IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann eine Arbeitsgruppe "Beschäftigung" ein umfangreiches Arbeitspapier vorgelegt. Zu den Mitgliedern der Arbeitsgruppe zählten unter anderem Bodo Hombach (Geschäftsführer WAZ-Mediengruppe), Friedrich Merz (MdB, CDU) und Wolfgang Streeck (Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung). Das Papier schlägt unter anderem eine Standortoffensive zugunsten von Bildungsreformen und mehr Weiterbildung vor. Zudem wird empfohlen, die Position von NRW als führender Hochschul- und Energieinnovationsstandort systematisch auszubauen. Darüber hinaus misst die Arbeitsgruppe Initiativen für mehr strukturelle Familienfreundlichkeit große strategische Bedeutung zu. Unter dem Eindruck der aktuellen Wirtschaftskrise gewinnen die Vorschläge der Arbeitsgruppe wie auch die Empfehlungen der Zukunftskommission ingesamt besonderes Gewicht.

"Die Empfehlungen der Zukunftskommission haben über Nordrhein-Westfalen hinaus Bedeutung auch für den Fortgang der Reformpolitik in Deutschland. Nachhaltige Strukturreformen und Investitionen in Bildung und Ausbildung versprechen in Krisenzeiten weit mehr Erfolg als noch so gigantische Konjunkturprogramme", so Klaus F. Zimmermann.

Die Studie der Arbeitsgruppe "Beschäftigung" der Zukunftskommission steht in der Schriftenreihe "IZA Standpunkte" zum kostenlosen Download zur Verfügung.
Der vollständige Bericht der Zukunftskommission ist über die Homepage des Landes NRW abrufbar.
   


18. Dezember 2008:
Zimmermann: Wirtschaftskrise als Chance zur Weiterbildung nutzen
Das IZA spricht sich angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise für die Ausgabe von Weiterbildungsgutscheinen an alle Arbeitnehmer im Alter von über 45 Jahren aus. Gleichzeitig appelliert das IZA an die Wirtschaft, sich auf breiter Front für Public-Private Partnerships auf dem Gebiet der Weiterbildung zur Verfügung zu stellen und so einen substanziellen Beitrag zu einem flächendeckend attraktivem und bedarfsgerechten Angebot zu leisten. "Im Gegensatz zu finanziell riskanten und im Zweifel nur kurzfristig wirksamen Konjunkturprogrammen sind Maßnahmen auf diesem Gebiet eine sinnvollere und nachhaltigere Zukunftsinvestition", so IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann. Lesen Sie dazu die IZA-Pressemitteilung vom 18.12.2008.
   


14. November 2008:
Zimmermann geht in dritte Amtszeit als Präsident des DIW Berlin
Das Kuratorium des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hat IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann als Präsidenten des Instituts bestätigt. Zimmermann geht damit bereits in seine dritte Amtszeit als Chef des DIW, das er seit dem Jahr 2000 leitet. Der DIW-Kuratoriumsvorsitzende Holger Hatje hob anlässlich der Bestätigung Zimmermanns hervor, dass dieser das DIW "entscheidend nach vorne gebracht" habe. Auch der Wissenschaftliche Beirat des DIW attestierte dem Institut zuletzt eine ausgezeichnete wissenschaftliche Weiterentwicklung. IZA und DIW Berlin verbindet seit Jahren eine enge partnerschaftliche Beziehung, die für beide Institute sehr ergiebig ist. Das IZA kooperiert zudem eng mit DIW DC in Washington.
   


05. November 2008:
Zimmermann zu US-Präsidentschaftswahlen aus transnationaler Sicht
IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann erwartet, dass der gewählte amerikanische Präsident Barack Obama das Vertrauen in das globale Finanzsystem wiederherstellen kann. "Im Kern der gegenwärtigen internationalen Finanzkrise stehen fehlende Glaubwürdigkeit und mangelndes Vertrauen in das globale Finanzsystem", sagte Zimmermann am Wahlabend in Washington DC. "Barack Obama hat in seinem Wahlkampf ökonomische Kompetenz und Vertrauenswürdigkeit bewiesen. Er kann wesentlich mithelfen, das Vertrauen in das marktwirtschaftliche System zurück zu gewinnen."

Der neue US-Präsident stehe jedoch vor unlösbaren Aufgaben. "Sein Ziel einer gerechteren Gesellschaft droht an den harten Realitäten der Finanzmarktkrise und ihren Folgen für das amerikanische Staatsbudget und die Konjunktur zu zerschellen", so Zimmermann. "Die Fähigkeit, Rat anzunehmen und dabei auch hoch qualifizierte Wissenschaftler einzubeziehen, zeichnet den künftigen Präsidenten allerdings aus." Von ihm seien unkonventionelle und undogmatische Initiativen zu erwarten. Er verfolge einen kooperativeren und pragmatischen Politikstil, der allerdings von Europa und insbesondere Deutschland größere Anstrengungen in sicherheitspolitischen Fragen abverlangen werde.

Im DIW-Wochenbericht kommentieren Amelie F. Constant und Klaus F. Zimmermann die Herausforderungen, vor denen der künftige US-Präsident stehen wird.
[Artikel im Volltext]
   


09. Oktober 2008:
Führende Ökonomen rufen zu schnellem Vorgehen in der globalen Finanzkrise auf
In einem weltweiten Appell vom 2. Oktober 2008 haben führende Ökonomen aus Europa und den USA, darunter IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann, die europäischen Staaten zu einem gemeinsamen Vorgehen in der Finanzmarktkrise aufgerufen. Die Krise sei noch beherrschbar - nur ein schnelles, europaweit koordiniertes Vorgehen könne aber verhindern, dass sie außer Kontrolle gerate. Die bisherigen rein nationalstaatlichen Aktionen seien völlig unzureichend.

Die Unterzeichner werfen den europäischen Nationalstaaten fehlenden politischen Willen vor, die Krise gemeinsam zu bekämpfen: "Das Problem ist nicht ein fehlendes Verständnis. Das Problem ist mangelnder politischer Wille", heißt es in dem Aufruf. Die führenden europäischen Politiker müssten unverzüglich zusammenkommen, um die Krise direkt anzugehen, bevor sie außer Kontrolle gerate. Die Schaffung gemeinsamer europäischer Regeln mit dem Ziel einer Rekapitalisierung des europäischen Bankensektors und einer harmonisierten Einlagensicherung stehe im Mittelpunkt möglicher Lösungsansätze.
Der vollständige Wortlaut des Aufrufs sowie die Liste der Erstunterzeichner sind hier online abrufbar.

Darüber hinaus wandte sich die Expertengruppe am 9. Oktober mit konkreten Handlungsempfehlungen an die Finanzminister der G7/8-Staaten:
Rescuing Our Jobs And Savings: What G7/8 Leaders Can Do To Solve The Global Credit Crisis
   


06. Oktober 2008:
Zimmermann stellt IZA-Gutachten vor: Arbeitslosenzahlen in Deutschland erstmals seit 1992 wieder unter 3 Millionen
Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland wird im Oktober 2008 erstmals seit 1992 wieder unter 3 Millionen sinken. Das geht aus einem am 6. Oktober veröffentlichten Gutachten des IZA im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft hervor. Den IZA-Berechnungen zufolge wird die Arbeitslosigkeit in Westdeutschland unter 2 Millionen sinken, in Ostdeutschland auf weniger als 1 Million. Im Verlauf des Monats Oktober dürfte die Arbeitslosigkeit bundesweit auf 2,87 Millionen zurückgehen. "Das sind sehr ermutigende Nachrichten für den Arbeitsmarkt, die zeigen, wie erfolgreich die Arbeitsmarktreformen wirken. Jetzt geht es darum, bei den Reformen weiter Kurs zu halten, damit die Arbeitslosigkeit noch weiter sinken kann", so IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann anlässlich der Vorstellung des Gutachtens in Berlin.

Gutachten im Volltext (PDF): IZA Research Report No. 20
   


25. September 2008:
Zimmermann: Bluecard und Freizügigkeit müssen früher kommen
Anlässlich des EU-Innenministertreffens zur Zuwanderungspolitik im September 2008 unterstrich IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann die Notwendigkeit einer einheitlichen Regelung zur Einreise qualifizierter Fachkräfte aus Drittstaaten in die EU. "Die Bluecard zielt in die richtige Richtung und wäre ein wertvoller Schritt hin zu einer gemeinsamen europäischen Zuwanderungspolitik. Gleichzeitig muss jetzt schnell die Arbeitnehmerfreizügigkeit für die mittel-und osteuropäischen EU-Staaten verwirklicht werden. Denn die Arbeitsmärkte der meisten westeuropäischen Staaten benötigen schon heute dringend Fachkräfte, um dem einsetzenden demographischen Schwund entgegen treten zu können. Wird dieser Bedarf nicht gezielt gedeckt, vergeben wir Chancen für Wirtschaftswachstum und Beschäftigungsaufbau. Gerade Deutschland wäre gut beraten, die bisherigen Einschränkungen der Freizügigkeit für zuwanderungswillige Osteuropäer aufzugeben und aktiv um die 'besten Köpfe' zu werben – bevor sie sich für andere Zielländer entscheiden. Bei Freizügigkeit und Bluecard ist politischer Mut gefragt."
   


12. September 2008:
IZA-Direktor in hochkarätiges Beratergremium des Weltwirtschaftsforums berufen
IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann ist in das "Global Agenda Council on Migration" des Weltwirtschaftsforums berufen worden. Das hochkarätig mit internationalen Experten auf dem Gebiet von Zuwanderung und Integration besetzte Gremium ist Teil eines größeren Netzwerks des Weltwirtschaftsforums, das sich den dringendsten Fragen der Menschheit im Zeitalter der Globalisierung widmet. Das Expertennetzwerk nimmt Einfluss auf die Agenda der internationalen Staatengemeinschaft, indem es die aktuellen globalen Herausforderungen definiert und priorisiert. Darüber hinaus ist es in beratender Funktion für das Weltwirtschaftsforum wie auch für nationale Regierungen und internationale Organisationen tätig.
   


21. August 2008:
Zimmermann begrüßt Integrationsbericht der NRW-Landesregierung
IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann würdigte in einer ersten Stellungnahme den 1. Integrationsbericht der nordrhein-westfälischen Landesregierung "als ausgezeichnete Dokumentation der Stärken und Schwächen der Integrationspolitik" des Landes. "Es ist ein besonderes Verdienst des Berichts, dass er erstmals eine Differenzierung von eingebürgerten und nicht-eingebürgerten Ausländern vornimmt und zeigt, wie erfolgreich eingebürgerte Zuwanderer in unserem Land sind", so Zimmermann. Für die Zuwanderungs- und Integrationspolitik sei der NRW-Integrationsbericht ein klarer Fingerzeig: "Wir brauchen eine ökonomisch gesteuerte Zuwanderung, um Arbeitslosigkeit unter Zuwanderern zu reduzieren und Fachkräftemangel zu beheben. Wir brauchen eine kluge Einbürgerungspolitik, aber wir brauchen auch eine differenzierte Statistik, mit der der wirtschaftliche Nutzen der Zuwanderung noch besser belegt werden kann. Das Land NRW hat hier eine wichtige Vorreiterrolle übernommen."

Der Bericht ist online abrufbar: 1. Integrationsbericht des Landes Nordrhein-Westfalen
   


17. April 2008:
IZA-Chef Zimmermann als Vorsitzender der ARGE-Institute bestätigt
Die Arbeitsgemeinschaft deutscher wirtschaftswissenschaftlicher Forschungsinstitute e.V. (ARGE) hat IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann auf ihrer Mitgliederversammlung am 17. April 2008 für weitere drei Jahre als Vorsitzenden bestätigt. Als stellvertretende Vorsitzende wurden die IZA Fellows Thomas Straubhaar und Johann Eekhoff sowie die Ökonomen Ulrich Blum, Wolfgang Franz und Hans-Werner Sinn wiedergewählt. In der seit 1949 bestehenden ARGE sind derzeit neben den von Klaus F. Zimmermann geleiteten Instituten IZA und DIW Berlin weitere 28 Institutionen vertreten. "Angesichts der wieder steigenden gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen ist es wichtig, dass die Wirtschaftsforschungsinstitute gemeinsam für eine zukunftsorientierte Wirtschaftspolitik streiten. Dazu bietet die ARGE eine ausgezeichnete Plattform", sagte Zimmermann anlässlich seiner Bestätigung im Amt des ARGE-Vorsitzenden.
   


08. April 2008:
IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann Mitglied der "Zukunftskommission NRW"
Im Mai 2008 nimmt die vom Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, Jürgen Rüttgers, eingesetzte "Zukunftskommission" offiziell ihre Arbeit auf. IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann zählt zu den insgesamt 23 Repräsentanten des gesellschaftlichen Lebens, die in dieses hochrangige Gremium berufen worden sind. Als unabhängige Instanz wird die Zukunftskommission die Landesregierung künftig perspektivisch zu Bildungs-, Forschungs-, Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik beraten und dabei ein besonderes Augenmerk auf Fragen der Solidarität in einer älter werdenden Gesellschaft richten. Eine der ersten Aufgaben der Experten wird es sein, einen Bericht "Nordrhein-Westfalen 2025 – Innovation, Be­schäftigung, Lebensqualität" mit entsprechenden Empfehlungen zu erarbeiten. Die Landesregierung beabsichtigt, die Hinweise der unab­hängigen Zukunftskommission bereits im Jahr 2009 bei der weiteren Regierungsarbeit zu berücksichtigen und darüber hinaus im Rahmen eines jährlichen Kongresses aufzugreifen, der im europäischen Maßstab die Lebensbedingungen künftiger Gene­rationen in den Blick nehmen soll. IZA-Direktor Zimmermann wird die Aufgabe übernehmen, die Aktivitäten der Zukunftskommission zum Themengebiet "Wirtschaft und Arbeit" zu leiten.

Weitere Informationen zum Aufgabengebiet der Zukunftskommission und zu ihren Mitgliedern finden Sie in der Pressemitteilung der NRW-Staatskanzlei.
   


13. März 2008:
Aufruf führender deutscher Ökonomen: Beschäftigungschancen statt Mindestlohn!
In einem gemeinsamen Aufruf an die Politik warnen die Präsidenten und Direktoren führender deutscher Wirtschaftsforschungsinstitute, darunter IZA-Chef Klaus F. Zimmermann, vor der flächendeckenden Einführung eines Mindestlohns in Deutschland. Durch die Umsetzung der aktuellen Pläne des Bundesarbeitsministers würde der Weg in eine staatliche Lohnfestsetzung bereitet und das erfolgreiche System der marktwirtschaftlichen Ordnung in seinen Grundfesten beschädigt, so die Ökonomen. Der Mindestlohn würde nicht nur zu erheblichen Beschäftigungsverlusten führen, sondern sei zudem sozialpolitisch ineffizient und als Umverteilungsinstrument denkbar ungeeignet.

Der am 13. März 2008 im Handelsblatt veröffentlichte Aufruf ist hier im Volltext abrufbar.
   


12. März 2008:
IZA und Süssmuth-Kommission: Arbeitsmarktintegration ethnischer Minderheiten verbessern
IZA CEO und Direktor Klaus F. Zimmermann präsentierte am 12. März gemeinsam mit Frau Professor Rita Süssmuth (Präsidentin Deutscher Bundestag a.D.), Amelie Constant und Martin Kahanec (beide IZA) ein aktuelles Gutachten des IZA zur Arbeitsmarktintegration ethnischer Minderheiten in den EU-Staaten. Die Studie liefert auf Basis der verfügbaren empirischen Daten und eigener Befragungen erstmals einen Überblick über die Situation ethnischer Minderheiten in den alten und neuen EU-Staaten und war Ausgangspunkt des Berichts einer von Frau Süssmuth geleiteten "High Level Group of Experts" an die Europäische Kommission, in dem sich das Gremium nachdrücklich für verstärkte Integrationsanstrengungen ausspricht. Nach einer thematischen Einführung durch IZA-Wissenschaftler Martin Kahanec und der Präsentation der Empfehlungen der EU-Expertengruppe durch Rita Süssmuth standen die politischen Handlungsnotwendigkeiten im Mittelpunkt der Diskussion.

Lesen Sie dazu:
- IZA-Pressemitteilung vom 12. März 2008
- IZA-Studie über die soziale Eingliederung und Arbeitsmarktintegration ethnischer Minderheiten
- Bericht der Süssmuth-Kommission: "An Urgent Call for Better Inclusion"
   


11. Februar 2008:
Zimmermann ist Senior Editor von Applied Economics Quarterly
Seit Januar 2008 fungiert IZA-Chef Klaus F. Zimmermann als Senior Editor der renommierten internationalen Fachzeitschrift Applied Economics Quarterly, in der aktuelle Befunde der empirischen Wirtschaftsforschung mit besonderer Relevanz für die nationale und europäische Wirtschaftspolitik zur Veröffentlichung gelangen.
   


05. Februar 2008:
Zimmermann in Wissenschaftlichen Beirat des Landes NRW berufen
IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann wurde von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers in den Wissenschaftlichen Beirat des Landes Nordrhein-Westfalen berufen. Der Beirat hat die Aufgabe, die zukünftige Entwicklung des einwohnerstärksten deutschen Bundeslandes zu analysieren. Die Zusammensetzung des Gremiums wird multidisziplinär sein, wobei neben Wissenschaftlern auch erfahrene Praktiker mitwirken werden.
   


28. Januar 2008:
Zimmermann als Gastredner an der London School of Economics
Im Rahmen des German Symposiums 2008 der London School of Economics and Political Science hielt Prof. Zimmermann am 28. Januar 2008 in London einen Vortrag zum Thema "Reform Policy in Germany".
   


08. November 2007:
Mehr Zuwanderung aus Mittel- und Osteuropa
Eine aktuelle Studie von IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann und Karl Brenke (DIW Berlin) untersucht den Umfang der Zuwanderung aus den neuen mittel- und osteuropäischen Staaten nach Deutschland. Der Analyse zufolge sind die Zuzüge ungeachtet der von Deutschland bislang - im Gegensatz zur Mehrzahl der alten EU-Staaten - nicht verwirklichten Arbeitnehmer-Freizügigkeit deutlich gestiegen. Für die Jahre 2005 und 2006 ergibt sich ein positiver Wanderungssaldo aus Ein- und Auswanderung von gut 32.000 bzw. 56.000 Personen im erwerbsfähigen Alter, nach lediglich 9.000 in 2003. Getragen wird dieser Zuwachs zu etwa 80 Prozent von polnischen Immigranten.

Auf dem (Um-)Weg einer Arbeitserlaubnis für selbständige Tätigkeit wurden die Zuwanderungsbarrieren de facto unterlaufen - allerdings dürften höher qualifizierte Zuwanderungswillige anderen Zielländern den Vorrang gegeben haben. Die Tatsache, dass die zu verzeichnende Arbeitsmigration dennoch tendenziell zu positiven Arbeitsmarktergebnissen geführt hat, liefert einen Hinweis darauf, dass Deutschland schlecht beraten wäre, sich weiterhin selbst um die ökonomischen Vorteile zu bringen, die in einer beschleunigten Einführung voller Freizügigkeit für Arbeitnehmer aus den neuen EU-Staaten, aber auch in der Vorbereitung einer selektiven, bedarfsorientiert mit Quotierungen und Auswahlsystemen operierenden Zuwanderungspolitik gegenüber Drittstaaten liegen.

Die Studie liegt als "Wochenbericht Nr. 44/2007" des DIW Berlin vor.
   


16. Mai 2007:
Zimmermann hielt Vorträge in Nikosia und London
Auf Einladung der Cyprus Economic Society, der University of Cyprus und der Bank of Cyprus hielt IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann am 13. April 2007 in der zypriotischen Zentralbank in Nikosia die diesjährige Cyprus Economic Society Annual Lecture in Economics. Thema der öffentlichen Vorlesung (national public lecture), die einmal jährlich von Ökonomen mit hohem internationalen Renommee vorgetragen wird, war "Ethnische Identität von Migranten und ihre Auswirkungen auf wirtschaftliche Aktivität" (als IZA DP No. 3056 erschienen).

Im Rahmen eines Workshops des LoWER-Netzwerks (European Low-Wage Employment Research Network) zum Thema Migration, der vom 20.-21. April 2007 im Centre for Economic Performance (CEP) der London School of Economics stattfand, hielt Zimmermann am 21. April 2007 die Keynote Speech mit Titel "Migration Potential and Its Labour Market Impact After EU Enlargement: A Review".

Auf Einladung der Anglo German Foundation hielt Zimmermann am 16. Mai 2007 in London im Rahmen der Lecture Series "Fit for the Future: Policies for Sustainable Growth in Europe" einen Vortrag zum Thema "Germany's economic priorities during the EU and G8 presidencies: Challenges and Perspectives".
   


02. Januar 2007:
IZA-Direktor Zimmermann in Peking zum Honorarprofessor der Renmin University ernannt
Im Rahmen einer Festveranstaltung in Peking ernannte die dortige Renmin University of China IZA Research Fellow Richard Freeman (Harvard University) und IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann am 20. Dezember 2006 gemeinsam zu Honorarprofessoren. Mit dieser Auszeichnung wurden die herausragenden Leistungen beider Wissenschaftler auf dem Gebiet der Arbeitsökonomie gewürdigt. Zahlreiche chinesische Arbeitsmarktforscher und Regierungsvertreter waren bei der Zeremonie anwesend, die vom Vorsitzenden des Fakultätsrats der Renmin University, Tianquan Cheng, vorgenommen wurde. In seiner Laudatio hob Xiangquan Zeng als Dekan der Renmin University School of Labor Relations & Human Resources und Direktor des China Institute for Employment Research (CIER) die besonderen Verdienste Freemans und Zimmermanns hervor.
   


18. September 2006:
Zimmermann kritisiert mangelhafte Vorbereitung auf demographischen Wandel
Vor dem 60. Deutschen Betriebswirtschafter-Tag referierte IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann am 18. September zu "Demographie, Migration und unternehmerische Personalplanung". Ein aktueller Bericht der "Börsen-Zeitung" fasst wesentliche Aussagen des Vortrags zusammen. Mit freundlicher Genehmigung der Börsen-Zeitung geben wir diesen Bericht hier im vollen Wortlaut wieder [weitere Berichte der Börsen-Zeitung zum Betriebswirtschafter-Tag].
   


02. Januar 2006:
Buchneuerscheinung: Deutschland - was nun? Reformen für Wirtschaft und Gesellschaft
Ende 2005 schwankt Deutschland zwischen Reformaufbruch und Reformmüdigkeit. Die begonnenen Modernisierungen von Wirtschaft und Sozialstaat greifen nur langsam. Die Vorbehalte gegen eine konsequente Fortsetzung des eingeschlagenen Weges sind ebenso groß wie die Herausforderungen, vor denen Politik und Gesellschaft in den nächsten Jahren stehen. Föderalismus, Arbeitsmarkt, Haushaltssanierung und Besteuerung, Gesundheit, Rente und Generationengerechtigkeit, Bildung und Forschung sowie Familienpolitik sind einige der zentralen Aufgabenstellungen.

Mit Blick auf die großen Herausforderungen für die neue Regierungskoalition hat IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann ein hochkarätiges Autorenteam versammelt, das zu diesen und weiteren Reformthemen unbequem, aber konstruktiv Stellung bezieht. Als ausgewiesene Experten auf ihrem jeweiligen Fachgebiet haben die beteiligten Ökonomen insgesamt zwanzig, mitunter bewusst provokant formulierte Beiträge zu den elementaren Zukunftsaufgaben unseres Landes beigesteuert. So ist ein sehr facettenreicher Band entstanden, der unmissverständlich Stellung bezieht zu den wichtigsten ökonomischen und gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit.

[weitere Informationen]
   


02. September 2005:
Zimmermann stellt Wahl-Check 2005 vor
In seiner Eigenschaft als Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hat IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann ein vom DIW gemeinsam mit dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) erstelltes Gutachten vorgestellt, in dem die Wahlprogramme der deutschen Parteien bezüglich der Politikfelder Arbeitsmarkt, Steuern, Rentenversicherung und Krankenversicherung analysiert und anhand von Schulnoten bewertet werden.
[Lesen Sie mehr]
   


18. August 2005:
IZA-Direktor Zimmermann zur Erhöhung des Renteneintrittsalters
IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann hat sich in einem Interview mit den "Lübecker Nachrichten" unter anderem für eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit ausgesprochen. Unter dem Schlagwort "Rente mit 70" ist dieser Vorschlag in die öffentliche Diskussion eingebracht worden und hat eine heftige Debatte ausgelöst. Im folgenden finden Sie den vollständigen Wortlaut des Interviews mit Klaus F. Zimmermann sowie weitere Pressebeiträge zum Thema.

- Leserbrief in Tagesspiegel online (21. August 2005)
- Gastbeitrag in der Süddeutschen Zeitung (18. August 2005)
- Interview im Bonner General-Anzeiger (13. August 2005)
- Interview in den Lübecker Nachrichten [PDF] (10. August 2005)
   


11. Mai 2005:
IZA-Direktor Zimmermann im Ökonomen-Ranking vorn
In einem kürzlich vom Handelsblatt veröffentlichten Ranking deutscher Wirtschaftswissenschaftler erreicht IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann (zugleich Präsident des DIW Berlin), als einziger Ökonom in beiden Kategorien einen Platz unter den Top 10. Während er unter den führenden Forschern - gemessen an der Häufigkeit, in der ihre Publikationen während der letzten zehn Jahre in führenden Fachzeitschriften zitiert wurden - Platz fünf belegt, rangiert er auf dem Gebiet der Medienpräsenz sogar an vierter Stelle.

Nur drei weitere Ökonomen schaffen in beiden Kategorien den Sprung in die Top 25. Diesen offenkundigen Dualismus zwischen Forschern und Kommunikatoren hält Zimmermann für ein entscheidendes Manko der deutschen Forschungslandschaft: "Im Normalfall sollte ein Ökonom, der als Politikberater tätig ist, auch in der Forschung etwas zu sagen haben." Umgekehrt seien in Deutschland - anders als etwa in den USA - "viele Spitzenökonomen noch zu wenig bereit, sich auf das Spiel mit den Medien einzulassen. Doch nur so kann Wissenschaft wichtige Impulse aus der Politikberatung erhalten und die Politikberatung wissenschaftlich fundiert sein."

Das IZA sieht sich durch das Ergebnis des Rankings in seiner Strategie bestätigt, neben erstklassiger wissenschaftlicher Forschung gleichermaßen gezielt Beratungsaufgaben wahrzunehmen. Auch die Wahl des Standorts Bonn war nach Einschätzung des Handelsblatts eine weise Entscheidung: Der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften an der Bonner Universität zählt bundesweit zu den produktivsten Fakultäten. Darüber hinaus gilt die Bonn Graduate School of Economics (BGSE), mit der das IZA eng kooperiert, als Vorreiter bei der Graduiertenförderung. Gerade in diesem Bereich müsse angesetzt werden, um die deutsche Wirtschaftswissenschaft im internationalen Vergleich weiter nach vorn zu bringen.

[Lesen Sie die Online-Version des Handelsblatt-Artikels]
Zum Download (PDF): Forscherranking | Medienpräsenzranking | Fakultätenranking | Artikel zu Klaus F. Zimmermann
   


11. März 2005:
Gemeinsamer Aufruf von Institutsleitern: Drei Punkte für mehr Wachstum
IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann hat sich am 11. März 2005 gemeinsam mit dem Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW Köln), Michael Hüther, und dem Präsidenten des HWWA-Instituts für Wirtschaftsforschung Hamburg (HWWA), Thomas Straubhaar, in einem Reformaufruf an die Politik gewandt. In dem Papier schlagen die Institutsleiter die Umsetzung eines Drei-Punkte-Sofortprogramms zur Belebung des deutschen Arbeitsmarkts vor:

1. Senkung des Arbeitslosenversicherungsbeitrags und Abschaffungs des Solidaritätszuschlags bei gleichzeitiger Erhöhung der Mehrwertsteuer.
2. Breitere Anwendung der gesetzlichen Bestimmungen zur Befristung von Arbeitsverträgen und mittelfristige Entscheidung über die Ersetzung des Kündigungsschutzes durch Abfindungsregelungen.
3. Entbürokratisierung der Vorschriften zur Nutzung von Zukunftstechnologien und anderer beschäftigungshemmender Bestimmungen (Antidiskriminierungsgesetz).

Lesen Sie dazu die Pressemitteilung und den Aufruf im Volltext (PDF).
   

 

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