Der diesjährige IZA Prize in Labor Economics geht an den britischen Ökonomen Richard Blundell für seine zukunftsweisenden Analysen von Arbeitsmärkten und Politikreformen. Die feierliche Preisverleihung fand am 22. September im Rahmen der vom IZA in Bonn ausgerichteten Jahrestagung der European Association of Labour Economists (EALE) statt.
In seinen bekanntesten Forschungsarbeiten untersucht Richard Blundell, wie sich Änderungen in der Steuergesetzgebung auf das Arbeitsangebotsverhalten der Haushalte auswirkt. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist die Einkommensungleichheit. Indem er methodische Innovationen mit scharfsinniger Datenanalyse und pointierten Politikvorschlägen kombiniert, ist er Wissenschaftlern in aller Welt ein Vorbild. "Blundell hat die evidenzbasierte Politikberatung entscheidend vorangetrieben. Seine wegweisenden Analysen zu den Arbeitsmarktwirkungen von Steuerreformen sind auch für Deutschland hochaktuell", so IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann.
Richard Blundell ist Professor für Politische Ökonomie am University College London und Forschungsdirektor des Institute for Fiscal Studies in London. Er studierte Wirtschaftswissenschaften und Statistik an der University of Bristol und der London School of Economics. Blundell amtierte bereits als Präsident der wichtigsten Ökonomenverbände und fungierte als Mitherausgeber führender Fachzeitschriften wie Econometrica. Darüber hinaus war er maßgeblich am 2011 vorgestellten "Mirrlees-Bericht" beteiligt, einem radikalen und umfassenden Steuerreformkonzept für Großbritannien. Einige der darin enthaltenen Vorschläge finden sich auch im jüngst vorgestellten IZA-Steuermodell für Deutschland wieder, das auf von Blundell mit entwickelten Simulationstechniken basiert.
Die außerordentliche Bedeutung arbeitsökonomischer Fragestellungen für die Bewältigung der Anpassungsprozesse auf den internationalen Arbeitsmärkten hat das Institut zur Zukunft der Arbeit dazu veranlasst, mit großzügiger Unterstützung der Deutschen Post-Stiftung den "IZA Prize in Labor Economics" ins Leben zu rufen. Dieser Preis wird jährlich in Anerkennung besonderer wissenschaftlicher Leistungen auf dem Gebiet der Arbeitsökonomie verliehen und soll einen Anreiz zu weiteren Forschungsarbeiten liefern, die sich den drängenden Fragen der Arbeitsmarktpolitik widmen. Im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung wird der IZA Prize in Labor Economics jeweils im Herbst überreicht. Erstmalig fand die Preisverleihung im November 2002 statt. Lesen Sie mehr über die bisherigen Preisträger.
Das IZA verfügt über ein dichtes Netzwerk von über 1200 renommierten internationalen Research Fellows. Aus diesem Kreis einflussreicher Ökonomen können Nominierungsvorschläge eingereicht werden. Die Entscheidung obliegt dem IZA Prize Committee, dem sowohl herausragende internationale Arbeitsökonomen als auch Repräsentanten des IZA angehören.
Das IZA unterstreicht mit der Auslobung des IZA Prize in Labor Economics die zentrale Rolle der Arbeitsmarktforschung für eine aussichtsreiche "Zukunft der Arbeit".
Alle Preisträger erklären sich bereit, innerhalb der eigens für diesen Zweck aufgelegten IZA Prize Book Series, die das IZA in Kooperation mit dem renommierten Verlagshaus Oxford University Press publiziert, einen Band mit ihren zentralen Forschungsergebnissen vorzulegen. Als Mitherausgeber fungieren IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann und weitere Mitarbeiter des IZA.
Bereits in der Reihe erschienen bzw. in Kürze verfügbar sind folgende Bände:
MINCER: The Founding Father of Modern Labor Economics
EASTERLIN: Happiness, Growth, and the Life Cycle
MORTENSEN/PISSARIDES: Job Matching, Wage Dispersion, and Unemployment
LAYARD/NICKELL: Combatting Unemployment
LAZEAR: Inside the Firm: Contributions to Personnel Economics
CARD/KRUEGER: Wages, School Quality, and Employment Demand