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10 Jahre IZA
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Vision und Ambition: Interview mit Klaus F. Zimmermann
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Das IZA hat sich einen festen Platz im Konzert der Wirtschaftsforschungsinstitute sicher können. Worauf führen Sie diesen Erfolg vor allem zurück?
Wir haben in Deutschland eine echte Marktlücke geschlossen, und das
zu einer Zeit, in der die Nachfrage nach Erkenntnissen der Arbeitsökonomie
und konkreter politischer Beratung kräftig angezogen hat. Kein
anderes Institut kombiniert wie wir einen klaren Arbeitsmarktfokus mit
völliger inhaltlicher Unabhängigkeit aufgrund privatwirtschaftlicher
Förderung. Unser Profil ist sehr scharf und eben auch unverwechselbar,
so dass wir schnell eine „Marke“ geworden sind. Unsere jungen Wissenschaftler
sind „hungrig“ nach Erfolg und leisten eine hervorragende
Forschungsarbeit. Hinzu kommt unsere weltweite Vernetzung, die uns
jederzeit die Möglichkeit gibt, kurzfristig und kompetent Expertisen zu
Arbeitsmarktfragen vorzulegen. Wer heute an Arbeitsmarktforschung
und Arbeitsmarktpolitik denkt, dem fällt deshalb vor allem das IZA ein
– was nicht bedeutet, dass wir uns nicht dem Wettbewerb mit anderen
Forschungseinrichtungen stellen müssten, die ebenfalls sehr leistungsstark
sind. Seit der Gründung des IZA hat sich die Arbeitsmarktforschung
in Deutschland insgesamt sehr positiv entwickelt. Davon profitiert auch
die Arbeitsmarktpolitik.
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Sie nehmen nicht nur eine führende nationale Rolle in der Arbeitsökonomie ein, sondern sind international tätig. Reagieren Sie damit auch auf die wachsende Bedeutung supra-nationaler Politikentscheidungen?
Richtig, die Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik wird heute zusehends europäisiert,
der nationale Entscheidungsspielraum wird enger, die Abhängigkeit
von den Entscheidungen Dritter dafür größer. Das IZA trägt dem
Rechnung, indem es seine Kompetenz auch in europäische und internationale
Beratungsgremien einspeist oder Fachgutachten vorlegt, die über
den nationalen Horizont hinausgehen. Wir beraten beispielsweise die Europäische
Kommission, wenn es um Fragen von Arbeitskräftemobilität,
Fachkräftemangel, Zuwanderung und Integration geht – eines der großen
Themengebiete für die Zukunft, das sich nicht allein auf nationaler Ebene
bewältigen lässt. Entsprechend der internationalen Gesamtkonzeption
des IZA sind auch unsere zur Zeit sieben Forschungsschwerpunkte explizit
international ausgerichtet. Wir beschäftigen ganz bewusst zahlreiche
ausländische Wissenschaftler, führen internationale Fachtagungen
durch und verfügen über ein weltumspannendes Wissenschaftlernetzwerk
von Arbeitsökonomen. Unsere institutionellen Kooperationspartner
sind über den ganzen Globus verteilt. Mit der Weltbank kooperieren
wir in Afrika, wir erheben Daten in der Ukraine, sind in Washington präsent
und haben hervorragende Kontakte zur Arbeitsmarktforschung in
China. Diesen Kurs wollen wir auch künftig konsequent fortsetzen. Der
ständige Kontakt zum weltweiten Fortschritt in der Arbeitsökonomie ist
für uns ein wichtiger Erfolgsfaktor.
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Seit der Gründung des IZA sind zehn Jahre vergangen. Was sind die zentralen Erfolge des IZA in dieser Zeit?
Neben dem erreichten Stellenwert in der weltweiten Arbeitsmarktforschung
zählt sicher unser Renommee in der politischen Beratung zu den
Haupterfolgen. Wir haben es geschafft, erstklassige Grundlagenforschung
mit konstruktiver Politikberatung zu verknüpfen, die nachweisbar
ihren Weg in die politische Entscheidungsfindung genommen hat.
Das IZA steht für die feste Überzeugung, dass solide Beratung dauerhaft
nicht ohne Kompetenz auch in der Forschung auskommt. Das unterscheidet
das IZA und andere Wirtschaftsforschungsinstitutionen übrigens
von reinen Beratungsdienstleistern. Ein anderer wichtiger, wenn
auch weniger sichtbarer Erfolg des IZA sind die Verbesserungen beim
Datenzugang für die empirisch arbeitende Wissenschaft. Hier haben wir
mit unseren Partnern erreicht, dass die Datengrundlage inzwischen in
Deutschland deutlich ergiebiger ist als noch vor einem Jahrzehnt. Unser
Datenservicezentrum erschließt heute eine breite Datengrundlage für
die internationale Forschung. Außerdem hat sich das IZA sehr früh für
die wissenschaftliche Evaluation von Arbeitsmarktpolitik stark gemacht.
Dass heute immer öfter die Frage gestellt wird, welcher Nutzen einer Arbeitsmarktmaßnahme
tatsächlich zugeschrieben werden kann und was
geschehen wäre, hätte es dieses Programm gar nicht gegeben, ist auch
den Bemühungen des IZA um dieses Thema zu verdanken. Wir möchten
uns aber letztlich vor allem daran messen lassen, ob es gelingt, die strukturelle
Arbeitslosigkeit nachhaltig zu reduzieren. Dazu ist leider noch ein
langer Atem erforderlich.
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Was ist vom IZA in Zukunft zu erwarten?
Wir werden unsere Aktivitäten in der Politikberatung noch weiter ausdehnen,
unsere Serviceangebote für die Wissenschaft kontinuierlich erweitern,
unsere Homepage zum zentralen Portal für Arbeitsmarktfragen
ausbauen. Gerade haben wir unser zweites umfassendes Arbeitsmarktprogramm
mit konkreten Handlungsempfehlungen für die deutsche Politik
vorgelegt. Das werden wir durch eine Arbeitsmarkt-Agenda für Europa
noch ergänzen. Gemeinsam mit unseren Partnern möchten wir uns
als internationaler Think Tank etablieren, getreu unserem Motto: „Die
Zukunft der Arbeit denken.“
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